Umweltschutz ist nur ein Bonus

Obwohl die Folgen des Klimawandels immer deutlicher werden, wird der Umweltschutz weiterhin in hohem Maße wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Das können wir uns nicht mehr lange leisten. Ein Kommentar von Suntke Pendzich.

Wolken ziehen bei stürmischen Herbstwetter über ein bunt beleuchtetes Windrad in der Region Hannover (Niedersachsen) hinweg. Foto: dpa

Extremer Regen, extreme Stürme und extreme Dürren. 2017 war abermals ein Jahr voller Negativ-Wetterrekorde weltweit. Von einigen Unbelehrbaren wie US-Präsident Donald Trump abgesehen, sollten nun auch die letzten Zweifler erkannt haben, dass das kein Zufall sein kann und der Klimawandel ein von Menschen gemachtes Problem ist.

Obwohl uns das weltweite Ökosystem gerade um die Ohren fliegt, wird der Umweltschutz allerdings weiterhin munter wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Zum Beispiel bei den geplatzten Jamaika-Koalitionsverhandlungen, als CDU und FDP dem Kohleausstieg bis 2030 eine Abfuhr erteilten. Und auch bei der eigenmächtigen Entscheidung von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der die Glyphosat-Zulassung gegen den Willen des Umweltministeriums durchboxte.

Die Beispiele zeigen: Für viele Entscheidungsträger scheint Umweltschutz immer noch nur ein netter Bonus zu sein, falls die Wirtschaftszahlen dadurch nicht zu sehr belastet werden. Eine Haltung, die wir uns schon lange nicht mehr leisten können.

30.12.2017, 00:10 Uhr
Über den Autor
Suntke Pendzich Redakteur Lokales bei der EZ seit: 2016
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