Schnelle Lösung gegen den Tod auf dem Meer

Die Hilflosigkeit der europäischen Politik führt dazu, dass die von Schiffen geretteten Menschen zum Spielball von Regierungen werden. Ein Kommentar von Jens Voitel.

Noch immer sterben im Mittelmerr zahlreiche Flüchtlinge. Foto: Hermine Poschmann

Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer nimmt kein Ende. Immer mehr Menschen suchen ihr Heil in seeuntüchtigen Nussschalen, die sie nach Europa tragen sollen. So geht das seit Jahren. Doch die Hilflosigkeit der europäischen Politik führt nun dazu, dass die von Schiffen geretteten Menschen zum Spielball von Regierungen werden, die mit dem Thema Flüchtlinge an die Macht gespült worden sind.

Ihre Weigerung, die überladenen Hilfsschiffe in ihre Häfen zu lassen, ist infam. Es muss vielmehr darum gehen, so schnell wie möglich eine europäische, wenn nicht weltweite Lösung zu finden, die die Flucht von Menschen unnötig macht. Es darf aber nicht dazu führen, währenddessen Menschen wochenlang auf hoher See herumdümpeln zu lassen. Alle Seiten haben Fehler gemacht: Die Länder, die sich das Flüchtlingsthema allein mit Geld vom Hals halten möchten, aber auch die, die die Menschen aus Afrika in untragbare Lager stecken. Und natürlich die Staaten, die die Flucht verursacht haben, indem sie ihr Volk quälen oder verhungern lassen. Es muss schnellstmöglich eine Lösung geben gegen den Tod auf dem Meer.

25.06.2018, 11:54 Uhr
Über den Autor
Jens Voitel Redakteur Lokales bei der EZ seit: 1994
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