Lebendige Historie im ostfriesischen Gulfhof

Der Kulturverein führt einen historischen Krimi auf. Damit wird ein Kapitel aus der regionalen Geschichte beleuchtet, das bis heute noch in vielen Familien nachwirkt. Ein Kommentar von Günther Gerhard Meyer.

Vor der Premiere müssen die Darsteller die Gulfhofscheune für die Aufführung vorbereiten. Schotter wird durch Sand ersetzt. Foto: privat

Die Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte (LAK) führt das Theaterstück „Saat und Ernte - sülvst Gott hett dat so wullt” über die Lebensverhältnisse der Landarbeiter auf, die bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Ostfriesland herrschten (Seite 9). Damit wird ein Kapitel aus der regionalen Geschichte beleuchtet, dass bis heute noch in vielen Familien nachwirkt, weil Vorfahren als Landarbeiter oder auch als Landwirte und Arbeitgeber gelebt haben.

Die Ländliche Akademie und die Geschichtswerkstatt Landarbeiterhaus Suurhusen zeigen, dass eine oft als vermeintlich heile Welt verbrämte Gesellschaftsordnung durchaus von viel Kälte, Armut und Elend geprägt war, in der es auch in Ostfriesland ums Überleben ging. Wie das im Einzelnen aussah, wurde in vielen Geschichten an die Nachfahren weitergegeben. Übermäßig viele Zeitdokumente gibt es kaum, doch die Initiatoren des Projektes haben erneut eine Epoche in ein zeitgemäßes Gewand gekleidet, die - im Gegensatz zu gängigen Komödien - ein neues Licht auf eine Epoche werfen könnte, die kaum transparent ist.

18.05.2018, 14:51 Uhr
Über den Autor
Günther Gerhard Meyer Redakteur Region bei der EZ seit: 1994
Telefon: 04921-8900418