Inkonsequent

Das Emder Klinikum muss bereits 14-Jährige mit einer Alkoholvergiftung behandeln. Mitschuldig daran ist auch die inkonsequente Handlungsweise des Staates. Ein Kommentar von Ute Lipperheide.

Mehr Jüngere greifen zu Schnaps. Symbol-Foto: dpa

Der Drink zum Feierabend, das Bier mit Freunden, der Wein in geselliger Runde: Überall, ob auf Plakaten oder im Fernsehen, findet sich Werbung für Alkohol. Dass Alkohol eine Droge ist, wird dagegen nur selten in den Vordergrund gesetzt. Das von der Werbung vermittelte Bild besagt: Alkohol zu trinken ist cool und wer zur Welt der Erwachsenen gehören will, der sollte dem Hochprozentigen nicht abgeneigt sein. Da wundert es niemanden, dass Kinder und Jugendliche zur Flasche greifen. Trinken gehört wie das Rauchen für viele dazu, wenn sie sich auf dem Weg zum Erwachsensein befinden.

Mitschuldig daran ist auch die inkonsequente Handlungsweise des Staates. Auf der einen Seite werden staatliche Kampagnen und Programme aufgelegt, um Suchtprävention zu betreiben, und auf der anderen freut sich der Staat über die Einnahmen aus Tabak- und Alkoholsteuer. Wenn Erwachsene Alkohol trinken wollen, ist ihnen das unbenommen, aber warum darf für Hochprozentiges noch geworben werden und warum wird auf die gesundheitliche Gefahr nicht ebenso hingewiesen wie bei Tabak?

12.02.2018, 14:44 Uhr
Über die Autorin
Ute Lipperheide Redakteurin Lokales bei der EZ seit: 1993
Telefon: 04921-8900416