Hypothek

Die Debatte um den umstrittenen Handball-Bundestrainer geht weiter. Klappt es nicht mit ihm und der Mannschaft, haben nicht nur er und der DHB ein Problem, sondern die Sportart Handball. Ein Kommentar von Jens Voitel.

Stehen seine Spieler noch hinter ihm? Handball-Bundestrainer Christian Prokop (links) darf weitermachen - vorerst. Foto: Monika Skolimowska

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) will weiterhin mit Bundestrainer Christian Prokop zusammenarbeiten. Das ist nach der völlig verkorksten Europameisterschaft und der anschließenden Kritik aus Spieler- und Ligakreisen durchaus keine Selbstverständlichkeit. Aber gut: Es ist nicht mehr viel Zeit bis zur Weltmeisterschaft im eigenen Land. Die startet Anfang des nächsten Jahres und lässt somit einen grundlegenden Umbruch kaum mehr zu. Also: Augen zu und durch! Nach Lage der Dinge soll Prokop eigene Fehler eingesehen und versichert haben, diese abzustellen. Wenn aber die Fehler im System des Trainers liegen, wenn sie mit seinem Coaching, dem Umgang mit den teils deutlich erfahreneren, international erprobten Spielern zu tun haben, dann stellt sich die Frage, was noch bleibt von Prokop, wenn er sich denn tatsächlich ändern will. Der junge Trainer, jetzt auch noch ausgestattet mit einem Fünf-Jahres-Vertrag, trägt eine schwere Hypothek. Klappt es nicht mit ihm und der Mannschaft, haben nicht nur er und der DHB ein Problem, sondern die Sportart Handball. Sie braucht für ihre Zukunft eine gute WM.

21.02.2018, 16:39 Uhr
Über den Autor
Jens Voitel Redakteur Lokales bei der EZ seit: 1994
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