Gezieltes Gezeter

Die Diskussion um die Krankenhauszukunft in Emden, Aurich und Norden ist zu wichtig, um als Bühne für persönliche Eitelkeiten zu dienen. Sie muss losgelöst vom Kirchturmdenken entschieden werden. Ein Kommentar von Ute Lipperheide.

Foto: Eric Hasseler

Da wird kräftig gestritten, ausgeteilt, gemutmaßt, vorgeworfen. Und das alles wird mit dem Willen des Bürgers begründet. Dabei scheint es vor allem um Profilneurose einzelner Akteure zu gehen - und dies auf Kosten der Bürger. Dafür ist jedoch das Thema Krankenhauszukunft in Emden, Aurich und Norden zu wichtig und verlangt nach kühlen, wohlüberlegten und langfristigen Entscheidungen.

Doch was passiert? Da lässt der Auricher Kreistag seine Muskeln spielen und schlüpft in die Rolle des Souveräns. Was an sich nicht negativ zu sehen ist. Aber mit Verlaub: Diese Bühne für persönliche Eitelkeiten und kleinkarierte Vorstellungen zum Begleichen alter Rechnungen zu benutzen, dafür ist die Klinikversorgung der Bevölkerung zu existenziell. Das jetzige Gezeter zeigt deutlich, dass es Entscheidungen gibt, die zu komplex sind, um sie Räten zu überlassen. Krankenhausplanung muss losgelöst vom Kirchturmdenken entschieden werden. Wäre dies Landessache - das Land bezahlt ja auch -, dann würde schon seit Jahren eine Zentralklinik in Hesel stehen, und zwar für ganz Ostfriesland.

30.12.2017, 00:01 Uhr
Über die Autorin
Ute Lipperheide Redakteurin Lokales bei der EZ seit: 1993
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