Es trifft die Schulen

Der Digitalisierungspakt verzögert sich weiter. Das langwierige Verfahren, das jetzt nötig wird, hätte vermieden werden können. Ein Kommentar von Lambert Tergast.

Schüler nutzen iPads im Matheunterricht: Deutschlands Schulen sollen digital werden. Doch weil die Länder den vom Bund dafür eingeschlagenen Weg ablehnen, müssen Deutschlands Schüler wohl noch Monate auf den Start des Projekts warten. Foto: Britta Pedersen

In den nächsten Wochen sollten Schulen bundesweit jeweils bis zu 25 000 Euro für Laptops, Notebooks und Tablets bekommen. So war es vom Bund geplant. Das wäre sicher auch bei den Schülern und Lehrern in Emden gut angekommen. Doch daraus wird erst einmal nichts - die Länder haben diverse Bedenken angemeldet und rufen den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat an. Nun wird sich der sogenannte Digitalpakt wohl um Monate verzögern.

Die Einwände der Bundesländer - Aushöhlung des Föderalismus, zu hohe finanzielle Lasten - mögen im Einzelnen durchaus eine Berechtigung haben. Doch der entscheidende Punkt ist ein anderer: Schon bei den Verhandlungen hätten diese Unstimmigkeiten von Bund und Ländern gemeinsam aus dem Weg geräumt werden müssen. Dafür ist das Thema zu wichtig. Das langwierige Verfahren, das jetzt nötig wird, hätte vermieden werden können. Es lässt die Politik insgesamt in keinem guten Licht dastehen. Denn die eigentlichen Verlierer sind wieder einmal unsere Schulen, die erneut unter bildungspolitischem Kompetenzgerangel zu leiden haben.

06.12.2018, 17:20 Uhr
Über den Autor
Lambert Tergast Redakteur Mantel bei der EZ seit: 1991
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