Enercon: Die Minister sind kalt abgeblitzt

Der Streit um den massiven Stellenabbau beim Auricher Windenergie-Unternehmen bietet umfassendes Anschauungsmaterial zum Verhältnis von Politik und Wirtschaft. Ein Kommentar von Jens Voitel.

War zu Besuch in Emden: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Foto: Eric Hasseler

Der Niedersächsische Wirtschaftsminister lädt zum Krisengipfel, Enercon kommt nicht. Der Landesumweltminister will reden, Enercon aber nicht. Der Bundeswirtschaftsminister will mit allen Beteiligten sprechen, Enercon geht nicht hin. - Der Streit um den massiven Stellenabbau beim Auricher Windenergie-Unternehmen bietet umfassendes Anschauungsmaterial zum Verhältnis von Politik und Wirtschaft. Wir alle kennen die Bilder von sommerlichen Reisen der Minister durch die Lande. Es sind in der Regel schöne Bilder politischen Tatendrangs und inniger Verbundenheit zur Wirtschaft zum Wohle der Bürger. Wenn's gut läuft. Knallt es, ist die Sache schwieriger. Dieselben Minister müssen dann zum einen zeigen, dass sie auf der Seite der Wähler stehen, zum anderen wissen sie ganz genau, dass ihr Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen eher gering ist. Und die Unternehmen wissen das auch. Sie wollen sich in der Krise nicht auch noch von einem Minister an die Wand stellen lassen. So gesehen wirkt Enercon schon in der Königsklasse: Man lässt gleich drei Minister kalt abblitzen. Und was passiert? Nichts.

17.08.2018, 16:51 Uhr
Über den Autor
Jens Voitel Redakteur Lokales bei der EZ seit: 1994
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