Die VW-Milliarde hat einen Beigeschmack

Die Landesregierung investiert die gegen Volkswagen verhängte Strafzahlung in Höhe von einer Milliarde Euro unter anderem in schnelles Internet. Doch genau das hat einen Beigeschmack. Ein Kommentar von Johannes Booken.

Wegen des Abgasskandals musste VW eine Strafe in Höhe von einer Milliarde Euro leisten. Foto: Julian Stratenschulte

Durch das Bußgeld erhält das Land eine Geldspritze, von der Millionen Bürger profitieren werden. Der größte Anteil wird mit 350 Millionen Euro in den Breitbandausbau gesteckt - und das ist gut so. Insbesondere in Ostfriesland gibt es noch viele weiße Flecken, in denen die Internetverbindung seit Langem nicht mehr der modernen Technik entspricht. Für junge Menschen ist eine hohe Breitbandgeschwindigkeit bei der Auswahl des Wohnortes mittlerweile zu einem wichtigen Faktor geworden. Vielleicht ist das einer der vielen Gründe, weshalb viele vom Land in die Stadt ziehen.

Doch zur Freude über die Investition bleibt ein Beigeschmack. Zu wissen, dass die schnelle Internetverbindung nur möglich gemacht wurde, indem VW Bürger hinters Licht führte, ist unschön. Umso besser, dass auch in den Klimaschutz investiert wird. Denn die Umwelt ist das wohl größte Opfer des Skandals, der nun hoffentlich ein Ende gefunden hat.

26.06.2018, 16:24 Uhr
Über den Autor
Johannes Booken Redakteur Lokales bei der EZ seit: 2012
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