Die ersten Schritte für beide Staaten

Der Korea-Gipfel ebnet den Weg für Gespräche zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim. Manchmal überrascht Geschichte. Vielleicht gelingt dies auch einmal in Korea. Ein Kommentar von Ute Lipperheide.

Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, und Moon Jae In, Präsident von Südkorea, öffnen gemeinsam im Friedenshaus in der Sicherheitszone Panmunjom eine Schokoladenkugel, die einen Kuchen umschließt. Foto: Yonhap

Es war zweifelsfrei ein historisches Treffen: Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un kamen zu einem Gipfel in Panmunjom zusammen. Erstmals seit 65 Jahren betrat ein nordkoreanischer Machthaber südkoreanischen Boden. Es war ein winziger Schritt über die Grenze. Als Kim und Moon gemeinsam auch noch den Schritt über die Grenze nach Nordkorea wagten, war dies ein überaus bewegendes Zeichen für alle Koreaner, die getrennt voneinander leben müssen.

Natürlich ist Kim ein unsäglicher Diktator, und wahrscheinlich bedeutet diese Annäherung nicht die Vereinigung der beiden Staaten in naher Zukunft. Aber der Anfang ist gemacht. Vor wenigen Wochen galt dieses Treffen noch als unmöglich. Das erinnert an die deutsche Teilung. Als die Ungarn ihre Drahtzäune zu Österreich öffneten und als dann die Mauer in Berlin fiel, geschah etwas, was bis dahin kaum noch vorstellbar war, trotz der Ostverträge. Manchmal überrascht Geschichte. Vielleicht gelingt dies auch einmal in Korea. Unsinnige Grenzziehungen gibt es auf der Welt genug.

28.04.2018, 19:17 Uhr
Über die Autorin
Ute Lipperheide Redakteurin Lokales bei der EZ seit: 1993
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