Der stolze Titel "Citymanager" ist zu wenig

In Emden wird ein neuer Citymanager gesucht - und das nach kurzer Zeit. Möglicherweise ist der Job überladen. Ein Kommentar von Jens Voitel.

Die Citymanagerin hat ihren Posten aufgegeben. Jetzt wird ein neuer Citymanager gesucht. Foto: Eric Hasseler

Emden ist die Citymanagerin abhandengekommen, und kaum jemanden scheint das richtig aufzuregen. Zumindest musste sich die Stadtspitze am Dienstag kaum Nachfragen der Fraktionen gefallen lassen, warum dieser doch als so wichtig eingestufte Posten nach nur neun Monaten schon wieder vakant ist. Womöglich sind es ganz persönliche Gründe, die die bisherige Citymanagerin zur Kündigung veranlasst haben. Ihr überraschender Abgang sollte dennoch Grund genug sein, noch einmal über diesen ominösen Posten neu nachzudenken. Der Begriff „Manager” ist so hochtrabend, dass das nur schief gehen kann. Der Aufgabenbereich ist so breit gefasst, dass kaum jemand weiß, wo überall der Citymanager zuständig ist. Irgendetwas mit den Leerständen in der Innenstadt, irgendetwas mit Stadtteilsanierung, irgendetwas mit Verbesserung des Branchenmixes, irgendetwas mit Attraktivität der Innenstadt, irgendetwas mit Öffentlichkeitsarbeit. Der Job ist völlig überladen. Und jetzt geht alles wieder von vorn los - wenn sich denn überhaupt jemand meldet. Weniger ist mehr, Konkreteres wäre sinnvoller. Allein der stolze Titel „Citymanager” ist für Emden viel zu wenig.

08.11.2018, 16:07 Uhr
Über den Autor
Jens Voitel Redakteur Lokales bei der EZ seit: 1994
Telefon: 04921-8900412