Bauzeit für die Brücke in Weener ist traurig

Bei der Friesenbrücke wird weiter um Geld gerungen. Es ist zum Teil noch unklar, wer für den Wiederaufbau zahlen soll. Doch der Bau muss deutlich schneller vorangehen. Ein Kommentar von Johannes Booken.

Wurde bei einer Kollision mit einem Frachter zerstört: die Friesenbrücke über die Ems in Weener. Foto: Lars Klemmer

Selbst zweieinhalb Jahre nach der Zerstörung der Friesenbrücke in Weener streiten sich die Deutsche Bahn und die Bundesregierung um die Kosten für einen Neubau. Das Projekt ist ein fabelhaftes Beispiel für die langwierige und anstrengende deutsche Bürokratie. Die Brücke stellt eine wichtige Bahnverbindung in die Niederlande da, die schnellstmöglich wieder bedient werden muss. Täglich pendeln mehrere Busse zwischen Leer und unserem Nachbarland - für die Umwelt ist dieses Vorgehen alles andere als vorteilhaft.

Die neue Brücke soll voraussichtlich 2024 in Betrieb gehen. Wir müssen also noch rund sechs Jahre warten. Mögliche Bauverzögerungen haben die Planer dabei noch nicht eingerechnet.

Deutschland ist normalerweise ein modernes Land. Doch mit Blick auf die jahrelangen Planungsverfahren gleicht die Bundesrepublik einem unterentwickelten Staat. Acht Jahre Bauzeit für eine Brücke sind schlichtweg traurig. So etwas muss deutlich schneller gehen.

05.04.2018, 18:16 Uhr
Über den Autor
Johannes Booken Redakteur Lokales bei der EZ seit: 2012
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