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Weichensteller oder Spielverderber?

Volleyball-Landesliga: Der VV Emden trifft heute um 15 Uhr zum Derby-Rückspiel auf Tabellenführer BW Borssum.

Von EZ-Redakteur

HENNING WIETING

Emden. „Mr. VVE” ist durchaus bewusst, dass in der Volleyball-Landesliga 1 heute ein richtungsweisender Spieltag auf dem Programm steht: „Die ersten Fünf der Liga treffen direkt aufeinander!”, sagt Wilhelm Janßen, der Trainer der 1. Damenmannschaft des von ihm mitbegründeten Volleyball-Vereins Emden. Und er weiß nur zu gut, dass seine Spielerinnen heute so etwas wie das Zünglein an der Waage im engen Titelkampf sein können.

Um 15 Uhr nämlich empfängt sein mit 14:10 Punkten auf Rang fünf rangierendes Team den Aufsteiger und Tabellenführer BW Borssum (24:4) zum Rückspiel. Wobei der Begriff Revanche wohl der treffendere Ausdruck wäre. Denn die glatte 0:3-Packung beim Hinspiel im Borssumer Sportzentrum dürfte im Team um VVE-Kapitänin Ilka Schmölders das große Bedürfnis wecken, es diesmal besser zu machen. Die BBS II-Halle dürfte heute so richtig rappelvoll sein, hofft Janßen: „Zumindest in dem Teil, in dem wir spielen.”

Im zweiten Spiel des Nachmittags - die Spielansetzung wollte es so - muss der VVE dann gegen den Tabellenzweiten SG Del-Berg-Um (20:6) ran. Also gegen jenes Team aus Delmenhorst, das Borssum vergangenen Samstag mit einem knappen 3:2-Erfolg die zweite Saisonniederlage beibrachte und die Meisterschaft offener hielt. Die Delmenhorsterinnen haben sich mit dem Sieg sogar selbst wieder ins Titelrennen geschmettert.

„Natürlich ärgern”

Schärfster Konkurrent der Borssumerinnen bleibt aber nach Verlustpunkten Jahn Delmenhorst (16:4). Das Team muss allerdings bei der heimstarken TG Wiesmoor antreten, die Borssum letzten Samstag trotz einer 1:3-Niederlage alles abverlangte. Der VVE hat es heute also in der Hand: Er kann für Borssum Weichensteller oder Spielverderber werden.

Freiwillige Schützenhilfe werden die Emderinnen den Borssumerinnen allerdings nicht geben. „Wir wollen sie natürlich ärgern”, sagt der VVE-Trainer: „Wir können mit zwei Siegen auch noch etwas vorwärts kommen.” Natürlich ist Janßen letzten Samstag Augenzeuge der 2:2 Punkte der Borssumer gewesen: „Und wenn meine Spielerinnen das umsetzen können, was ich ihnen gesagt habe, ja dann ist etwas möglich.”

Allerdings sind die Voraussetzungen für zwei Siege heute nicht gerade günstig. Steffi Ley wird verletzungsbedingt nicht spielen können, und hinter den Einsätzen von Traudchen Koenigs (Oberschenkelzerrung) und Birke Eng (Probleme im Schlagarm) steht ein Fragezeichen. Stellerin Sabine Harberts konnte urlaubsbedingt in diesem Jahr auch am Montag und Mittwoch nicht mittrainieren, ergänzt Janßen.

Knallpinkes Haar?

Möglicherweise muss er in beiden Begegnungen mit acht Spielerinnen auskommen. Insofern war es ein großes Glück, dass der Wilhelmshavener SSV letztes Wochenende die Partie gegen den VVE (offiziell) witterungsbedingt abgesagt hat.

Die Ausgangslage beim Tabellenführer ist personell etwas besser. „Maren van Dyken fällt weiterhin aus”, berichtet BWB-Trainer Lothar Laerum. Kapitänin Lena van Scharrel ist nach ihrer Erkältung wieder einsatzbereit. Sie wünscht sich nach ihrem gemeinsamen Geburtstag (Dienstag) mit Borssums zweiten Trainer Jan Junker natürlich ein nachträgliches Geschenk. Stellerin Claudia „Heinzi” Laue - am letzten Spieltag übrigens mit knallpinker Haarfarbe - „ist immer noch lädiert”, sagt Laerum: „Aber sie wird wohl wieder auf die Zähne beißen.” Gleiches gilt für die erkältete Mittelangreiferin Anika Knoop.

Marschroute klar

Die Marschroute des Aufsteigers ist klar: „Wir sind Tabellenführer und haben es selbst in der Hand aufzusteigen: Wenn wir die letzten fünf Spiele alle gewinnen, kann uns keiner den Titel nehmen”, sagt Laerum. Das Abschlusstraining gestern Abend stimmte ihn hoffnungsfroh: „Die Leistungen aller Spielerinnen waren vielversprechend.”

Einen triftigen Grund, Borssum oder zumindest Del-Berg-Um zu schlagen, führt VVE-Coach Janßen an: „Christin Grundig macht für uns ihre letzten Spiele.” Er selbst holte die Studentin, die jetzt am Starnberger See Arbeit gefunden hat, vor der Saison aus der „Hobby-Mannschaft” des Vereins nach oben, wo sie Stammspielerin wurde: „Es wäre schön, wenn wir ihr zum Abschied vier Punkte schenken können.” Umso schöner wäre auch das Beisammensein nach dem Spiel - aus VVE-Sicht.

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