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Aufstiegs-Chance trotz Patzer

Volleyball-Oberliga, Frauen: BW Borssum - SG Karlshöfen/ Gnarrenburg 3:0 (25:10, 27:25, 25:22).BW Borssum - SC Union Emlichheim III 0:3 (25:27, 25:27, 17:25)Von LARS MÖLLER und KARL-WILHELM STUMPE

Emden. Den zweiten Sieg verpasst - und dennoch die Relegation geschafft: Die Borssumer Volleyball-Frauen erhalten trotz einer 0:3-Niederlage am Sonnabend im vermeintlich entscheidenden Spiel gegen Union Emlichheim III die Chance auf den Aufstieg in die Regionalliga. Hintergrund: Emlichheim, als Drittplatzierter eigentlich für die Relegation berechtigt, darf nicht aufsteigen, weil das zweite Team des Vereins den Regionalligaplatz blockiert.

So richtig wussten die Emder Spielerinnen am Samstagabend nicht, ob sie nun hoch erfreut oder angesichts der Niederlage im zweiten Spiel enttäuscht sein sollten. Getreu dem auf einem riesigen blau-weißen Banner geschriebenen Leitspruch ”Wir sind Helden - egal was passiert” entschieden sie sich dann doch fürs Jubeln.

Nach einer überragenden Leistung und einem ungefährdeten 3:0-Sieg gegen den ”Erzfeind” aus Verbandsliga-Zeiten, die SG Karlshöfen/ Gnarrenburg, schmerzte die umkämpfte Niederlage gegen Emlichheim umso mehr. Während die ersten beiden Sätze mit 25:27 und 25:27 jeweils nur knapp verloren gingen, war im dritten Durchgang (17:25) einfach die Luft raus.

Bei Stellerin Claudia Laue kullerten nach Spielende sogar ein paar Tränen. ”Ich habe mich einfach so über die Schiedsrichterin geärgert. Sie hat wirklich schlecht gepfiffen. Aber ich freue mich über die Relegation”, sagte Laue als die Tränen wenige Minuten später schon wieder getrocknet waren. ###STOP###

Die Borssumer Trainer Lothar Laerum und Jan Junker hatten ihren Spielerinnen erst nach dem letzten Satz des Tages eröffnet, dass sie die Chance auf die Regionalliga erhalten. Die ein oder andere hatte es aber wohl schon geahnt, denn gegen Union fehlte einfach die letzte Entschlossenheit - spannend war es trotzdem: Die ersten beiden Sätze ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen. Keines der beiden Teams konnte sich absetzen. Doch gegen Ende hatte Emlichheim stets die besseren Nerven. Bezeichnend der zweite Satz, als die Borssumerinnen beim Stand von 24:20 vier Satzbälle hintereinander vergeben. Auch einen fünften ließen sie beim 25:24 aus. Emlichheim dagegen behielt einen kühlen Kopf und holte sich schließlich auch den zweiten Satz - knapp, aber verdient.

Der letzte Durchgang geriet dann zur Claudia-Volkers-Show. Die ehemalige Profispielerin mit der Nummer 13 war quasi überall, holte die Bälle im Feld, blockte am Netz und schmetterte was das Zeug hielt. BWB-Trainer Junker bewegte das später zu dem verschmitzten Kommentar: ”Wir haben ja nicht gegen Emlichheim verloren. Wir haben gegen die Nummer 13 verloren.”

Zwar fällte die Schiedsrichterin aus Gnarrenburg auch eine Reihe umstrittener Entscheidungen, unterm Strich war der Sieg für Emlichheim aber verdient. Das Ergebnis im dritten Satz fiel mit 17:25 deutlich aus. Die BWB-Frauen bewiesen aber Moral, kämpften auch noch, als die Niederlage eigentlich schon nicht mehr abzuwenden war.

Ein völlig anderes Bild gaben die Gastgeberinnen zuvor gegen die SG Karlshöfen/ Gnarrenburg ab - und das lag nicht nur an den gelben Trikots, die sie in dieser Begegnung trugen. Gegen den ”Erzfeind” sollte unbedingt ein Sieg her.

Happy End

Wie entfesselt spielten die Borssumerinnen auf. Getragen von den Anfeuerungsrufen und dem Getrommel der rund 300 begeisterten Zuschauer jagten die sie die Bälle nur so über das Netz in die Hälfte der Gäste. Der erste Durchgang (25:10) war vorbei, bevor Gnarrenburg überhaupt wusste, was los war. Anschließend fing sich der Tabellenzweite wieder, gestaltete den zweiten Durchgang ausgeglichen. Borssum behielt beim 25:25 die Nerven, während Gnarrenburg zwei Bälle ins Aus drosch und mit 25:27 verlor. Blau-Weiß brachte den Sieg schließlich konzentriert über die Ziellinie - 25:22 im dritten Satz.

In der folgenden Begegnung konnte BWB zwar nicht mehr an diese Leistung anknüpfen. Die Zuschauer kamen dennoch auf ihre Kosten - und ein Happy End gab es mit der erreichten Regionalliga-Relegation auch noch.

BW Borssum: Gunda Ukena, Claudia Laue, Kristina Walter, Lena van Scharrel, Anika Knoop, Christina Hempel, Maren de Boer, Nina Deepen, Christina Grobecker, Deike de Boer, Julia Zimmermann

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