Ein bisschen Wehmut und Blicke für die Detail-Teufel

Fusion von Amisia Wolthusen und VfB Stern ist jetzt beschlossene Sache.   Von EZ-Redakteur JÖRG-VOLKER KAHLE Tel. 0 49 21 / 89 00 440

Emden. Mit eindeutigen einstimmigen Entscheidungen für einen Zusammenschluss haben die Mitglieder des SV Amisia Wolthusen und die des VfB Stern Emden nicht nur historische Beschlüsse gefasst, sie haben auch gleichzeitig ihren laufenden Versammlungen das Etikett historisch angeheftet. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach waren diese Versammlungen die letzten des bisherigen SV Amisia und des bisherigen VfB Stern. Die nächste Versammlung - sie ist schon mit beschlossen worden - soll bereits eine gemeinsame sein, die Gründungsversammlung des neuen SV Amisia Stern Wolthusen.

Dass das Zusammengehen trotz des mittlerweile fast ein halbes Jahr währenden Verhandlungsprozesses zwischen den beiden Vorständen für die Mitglieder kein einfacher Schritt wird, ist auf beiden Versammlungen am Dienstagabend noch einmal deutlich geworden.

Wie Stern-Vorsitzender Werner Kühnemund der Emder Zeitung im Anschluss an die Versammlung vor Ort sagte, ist vor allem bei den alten Stern-Mitgliedern doch einiges an Wehmut zu spüren. ”Solche Beschlüsse zu fassen, fällt natürlich keinem leicht”, sagte Kühnemund. Gleichwohl sähen doch viele ein, dass es keine wirkliche Alternative gebe, um wenigstens etwas vom VfB Stern zu erhalten.

Auch unter den Amisia-Mitgliedern herrscht nicht unbegrenzte Begeisterung für das Fusionsprojekt. Hier ist es weniger Wehmut als die Diskussion über Details des künftigen Spielbetriebs, in denen sich ein bisschen Zurückhaltung gegenüber dem Verschmelzungsprozess äußert. So gab es bisher in nahezu allen Versammlungen Fragen dazu, welche Mannschaft künftig wo spielt - und in welchen Trikots. Die bisherige Zweite von Amisia beispielsweise, die in der neuen Saison bereits als SG Stern/ Amisia 2 überwiegend an der Kesselschleuse spielt, vermisst das Amisia-Gelände.

Trotz aller gelegentlich aufkeimender Skepsis in der Mitgliederschaft haben Amisia-Vorsitzender Hans-Jürgen Wehmhörner und seine Vorstandskollegen inzwischen die Mehrheit der Amisen davon überzeugt, dass die Fusion auch für den Wolthuser Verein ein Stück Zukunftssicherung bedeuten kann. Unter anderem werde die Fusion eine Erhöhung des Mitgliederbestands um 80 bis 90 Personen bedeuten. Außerdem werde der neue gemeinsame Verein über mehr nutzbare Plätze verfügen. Dass der neue Verein Amisia-Stern als Mieter der bisherigen Stern-Plätze an der Kesselschleuse das Erbe des VfB Stern antritt, sei mit der Stadt geklärt, erläuterte Wehmhörner in der Versammlung am Dienstagabend.

Als weiterer Aktivposten, den der VfB Stern in die Fusion einbringt, wird dessen agiler und vergleichsweise junger Vorstand gesehen. Dass zumindest ein Teil der bisherigen Stern-Vorstandsmitglieder auch im neuen gemeinsamen Vorstand arbeiten werde, gilt als sicher. Unter anderem wird nach EZ-Informationen der bisherige 1. Vorsitzende des VfB Stern als 2. Vorsitzender des SV Amisia-Stern kandidieren. Der SV Amisia hat die Position des 2. Vorsitzenden in den letzten Jahren nicht besetzten können. Ein Problem, dass auch andere Vereine gut kennen.

Bis zur gemeinsamen Gründingsversammlung im Oktober sollen auch alle Formalitäten mit der Stadt und mit dem Vereinsregister geklärt sein, das beim Amtsgericht Aurich geführt wird. Denn der SV Amisia Stern Wolthusen soll genauso ein eingetragener Verein werden wie seine beiden Vorgänger.

24.08.2011, 22:20 Uhr