Dank an Fans: BSV-Stadion heißt „Deichkicker-Arena”

Bis zum nächsten Punktspiel am Donnerstag soll neuer Schriftzug den Begriff „Embdena-Stadion” überdecken.

Von EZ-Redakteur

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Emden. Mit dem neuen Stadionnamen „Deichkicker-Arena” soll beim BSV Kickers Emden ein Stück sichtbare „Vergangenheitsbewältigung” vollzogen werden. Das sagte Günter Schmaler, der neue Präsident des BSV Kickers, gestern der Emder Zeitung. Bereits am 31. Dezember sei der Werbevertrag mit dem ehemaligen Kickers-Präsidenten und Geschäftsführer der Firma „Embdena Partnership”, Engelbert Schmidt, ausgelaufen. Ein neuer Geldgeber für einen neuen Stadionnamen hatte sich bis heute nicht gefunden. „Da sind wir im Präsidium auf die Idee gekommen, sozusagen als Schmankerl und Dank an die Fans, das Stadion für den Rest der Saison in Deichkicker-Arena umzubenennen”, sagte der BSV-Präsident.

Schmalers veröffentlichte Idee im Fan-Forum fand im ehemaligen Kickers-Fanbeauftragten und Fanclub-Dachverbandsmitglied Berthold Janssen und einigen Mitstreitern sofort eine Handvoll Kickers-Fans, die sich bis zum Oberliga-Heimspiel gegen Bad Rothenfelde am Himmelfahrts-Donnerstag an die Umsetzung der neuen Namensgebung machten. „Wir sind in Gesprächen mit dem Trikotsponsor NTF Gummi, ob er uns Folien zur Verfügung stellt, die wir dann besprühen können”, erklärte Janssen gestern gegenüber der Emder Zeitung. Es wird aber auch über maschinell bedruckte Folien mit dem Sponsor Allgaud nachgedacht. Man wolle die Werbebanden im Eingangsbereich des Stadions und über der Haupttribüne, die ja noch Eigentum des Ex-Präsidenten sind, nicht in irgendeiner Form „verschandeln”.

Gestern Nachmittag nahm eine vierköpfige Crew Maß. „Die schweren Banden bei den Windverhältnissen abzumontieren, das ging beim besten Willen nicht”, sagte Janssen.

Kickers-Präsident Schmaler machte gestern aber auch deutlich, dass der neue, bereits im Volksmund nicht zuletzt durch Schmidt selbst verankerte Name nur so lange gelte, bis sich ein neuer Sponsor für den Stadionnamen gefunden habe: „Wir wollen natürlich wieder irgendwann wichtiges Geld einnehmen mit der Vermietung des Stadionnamens”.

Wie mehrfach berichtet, ist Kickers nach der knapp vermiedenen Insolvenz finanziell alles andere als auf Rosen gebettet. Schmaler: „Aber es sieht gut aus, dass wir diese Saison durchstehen.” Der Kickers-Vermarkter „Henne & Ei” ist beispielsweise dabei, ein so genanntes Retterspiel gegen einen attraktiven Erst- oder Zweitligisten zu verwirklichen, um Geld einzuspielen. Die Lizenzierung für die sportlich greifbar nahe eingleisige Oberliga sei noch nicht komplett abgeschlossen. Schmaler: „Ich hoffe, dass wir die bald durch haben!” Erst dann und wenn ein paar weitere wirtschaftliche Daten feststehen, könne ernsthaft mit der Kaderplanung für die neue Saisonplanung begonnen werden.

Der BSV Kickers unter der Führung von Schmaler will kein Geld ausgeben, das er nicht hat.

10.05.2010, 20:12 Uhr