Handball

OHV erkämpft sich ein Unentschieden

Die Auricher trennten sich mit 27:27 von Bayer Dormagen.

Mann des Spiels: OHV-Torhüter Frederik Möhlmann zeigte eine bärenstarke Leistung. Mit seinen teils spektakulären Paraden war er

Aurich. Mit einer überragenden kämpferischen Leistung und einer sehr guten taktischen Einstellung haben die Handballer des OHV Aurich gestern Abend in der heimischen Sparkassen-Arena dem TSV Bayer Dormagen beim 27:27-Unentschieden völlig verdient einen Punkt abgerungen. Im Hexenkessel der letzten Spielminuten behielten die Spieler von Trainer Arek Blacha die Nerven.

In der Schlusssekunde hielt Aurichs Torhüter Frederik Möhlmann einen direkt geworfenen Freiwurf von Lukas Maximilian Stutzke und sicherte damit den Punktgewinn. Von seinen Mannschaftskameraden wurde er wegen seiner überragenden Gesamtleistung nach dem Abpfiff fast erdrückt. Aus dem gellenden Pfeifkonzert der 870 Zuschauer entstand ein gewaltiger Jubelschrei. Der OHV klettert nach dem Punktgewinn auf den neunten Platz.

Aurichs Trainer Arek Blacha atmete nach dem Schlusspfiff erleichtert auf. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte er. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat einen Superhandball gespielt, die Abwehr hat zusammen mit Torhüter Möhlmann eine Klasseleistung gezeigt“, freute sich der Trainer über den Punktgewinn: „Das ist für mich wie ein Sieg.“ An die taktische Marschroute des Übungsleiters hielten sich die Auricher Spieler bis zum Ende. „Wir sind cool geblieben“, lobte Blacha sein Team.

Dabei sah es in den ersten Minuten nach einer deftigen Niederlage für die Ostfriesen aus. Die körperlich klar überlegenen Gäste führten nach sieben Minuten bereits mit 4:0, und dass, obwohl Aurichs Schlussmann bereits bis zu dem Zeitpunkt dreimal erfolgreich pariert hatte. Erst nach gut sieben Minuten gelang Josip Crnic der erste Treffer, erst danach nahmen die Zuschauer ihrer Plätze ein. Mit spielerischen Mitteln versuchte der OHV, die gegnerische Deckung auseinander zu nehmen, denn Würfe aus der zweiten Reihe hatten gegen den mit Gardemaß ausgestatteten Gästeakteure im Mittelblock keine Erfolgsaussichten.

Dormagen operierte mit einer variablen Deckung, im ersten Abschnitt waren die Gäste in der Abwehr sehr offensiv ausgerichtet. Nach der Pause zogen sie sich zeitweise auf eine 6:0-Formation zurück. Von der anfänglichen Führung des TSV Dormagen ließen sich die wiederum ersatzgeschwächt angetretenen Auricher nicht beeindrucken. Wie in den letzten Spielen fehlten beim OHV die verletzten Stammspieler Sven Seidler, Marek Mikeci und Niklas Bachmann, dafür nahmen für alle Fälle Jannik Dallügge und Jan-Marten Haake auf der Ersatzbank Platz. Haake vertrat den im belgischen Nationalteam mitwirkenden Auricher Stammtorhüter Youri Denert. Erstmals nach 24 Minuten gelang durch Karlo Oroz der Ausgleich zum 7:7. Wilke de Buhr und Josip Crnic brachten den OHV beim 9:8 und beim 10:9 zweimal in Führung, beim Spielstand von 11:11 wurden die Seiten gewechselt.

Nach dem Wiederanpfiff der an diesem Tag schwachen Schiedsrichter Bolus/Foitzik (Lübeck) erzielte Dormagen nach unkonzentrierten Würfen des OHV einen 14:11-Vorsprung. Während des gesamten zweiten Durchgangs mussten die Gastgeber fast immer einem Rückstand hinterlaufen. Der OHV schaffte zwar immer wieder den Anschluss, erreichte aber erst sechs Minuten vor Schluss erstmals wieder den Ausgleich. Dormagen profitierte dagegen häufig von unverständlichen Entscheidungen der Schiedsrichter. Nach dem Ausgleichstor von Kevin Wendlandt in der 59. Minute zum 27:27 bekamen die Gäste vier Sekunden vor dem Abpfiff noch einen Freiwurf zugesprochen, der aber dank Möhlmann nicht den Weg ins Tor fand.

OHV: Haake (n.e.), Möhlmann; Crnic (8/3), W. de Buhr (3), Wendlandt (5), Goepel, Dallügge (n.e.), Stapenhorst (2), Schröder (3), Jordan (1), Schweigart (2), Oroz (3).

Torfolge: 0:4 (7.), 4:6 (14.), 7:7 (24.), 9:8 (27.), 11:11 (30.), 11:14 (34.), 14:15 (39.), 17:19 (43.), 21:23 (53.), 23:23 (54.), 26:26 (59.), 26:27 (59.), 27:27.

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