Emden

Yeah! Hamburg hat was zu „beaten”

Erlebniswelt „Beatlemania” holte Beatles zurück in die Hansestadt.

Von EZ-Redakteur

MANFRED ULFERTS

Hamburg/Emden. In Hamburg heißt es eigentlich „Hummel, Himmel...”. Seit gestern ist in der Hansestadt auch „Yeah!” angesagt., denn die Beatles haben wieder eine feste - eine neue - Adresse an der Reeperbahn. Es ist „Beatlemania” Hamburg mitten auf dem Kiez in direkter Nähe des Beatles-Platzes.

Fast ein halbes Jahrhundert nach ihrem ersten Auftritt in Hamburg, mehr als zehn Jahre nach den ersten Ideenskizzen (siehe Bericht auf dieser Seite), über zwei Jahre intensiver Planungs- und einer Bauzeit von rund zehn Monaten hat die legendäre Liverpooler Band wieder einen festen Platz in Hamburg.

Nur einen Gitarrenwurf entfernt vom Beatles-Platz zeigt die Erlebniswelt „Beatlemania” Kultiges, Kitschiges und Kurioses rund um die berühmten Pilzköpfe. Das „Yellow Submarine” schwebt diesmal oben - zehn Meter lang und gleich über dem Eingang des Museums. Dahinter beginnt eine Zeitreise in die 60er Jahre - vom ersten Beatles-Plattenvertrag bis hin zum Merchandising- Wahn in Form von Wackelfiguren und Damenstrümpfen mit dem Konterfei der „Fab Four”. „Wir wollen einen Teil des Beatles-Kosmos erlebbar machen”, sagte Sprecher Bernd Zerbin vor der Eröffnung am Donnerstag. „Alles kann man gar nicht zeigen - egal, wie viele Quadratmeter man hat.”

Die „Beatlemania” im ehemaligen Erotic Art Museum verfügt über 1300 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf fünf Etagen. Besucher bringt ein Fahrstuhl zunächst ganz nach oben. Ankunft und Abschied in einem: Auf dem Dach der Apple-Studios in London hatte die Band ihr letztes öffentliches Konzert gegeben. In der „Beatlemania” steht unterm Dach die „Ausweiskontrolle” an. Denn mit der Ankunft der Musiker aus Liverpool 1960 in Hamburg startet auch die Reise in den Beatles- Kosmos. Am Tresen gibt es statt Ticket einen Reisepass, den man später noch mit einem Foto aus einem alten Passbildautomaten vervollständigen kann.

Gleich danach fällt der erste Blick auf einen roten Schriftzug: „Indra”. In jenem Club gaben John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best am 17. August 1960 ihr erstes Gastspiel. Auch Musikclubs wie „Kaiserkeller”, „Top Ten” und „Star-Club” fehlen in der Kulisse nicht. „Die waren einmalig und unkompliziert”, erinnert sich der 70-jährige Horst Fascher, der damals einen recht engen Kontakt zu den Beatles hatte. Die Hamburger Kiez-Größe hatte die Liverpooler engagiert und in seinem „Star-Club” auftreten lassen.

Zwei Jahre lang - mit Unterbrechungen - standen die Beatles in den Clubs rund um Reeperbahn und Große Freiheit auf der Bühne. Immer mehr entwickelten sie sich zu Hamburger Lokalmatadoren. In der „Beatlemania” kann man sie alle fünf auf alten Schwarz-Weiß-Fotos noch einmal sehen. Zum Teil noch nie gezeigte Originalexponate haben die Initiatoren zusammengetragen. Rund 2,5 Millionen Euro wurden investiert von den Machern um Folkert Koopmanns, geschäftsführender Gesellschafter der FKP Scorpio. Auf 200 000 Besucher jährlich hoffen die Veranstalter. Und auf eine mindestens dreijährige Ausstellungsdauer - am liebsten noch länger.

Experten wie Ulf Krüger, Kenner des sogenannten Hamburg Sound, und der leidenschaftliche Fan Uwe Blaschke, der eine der größten Beatles- Sammlungen Europas besitzt, hätten geholfen, „möglichst wenige Fehler zu machen”, sagte Zerbin grinsend.

Nun dürfen eingefleischte Beatles- Fans ein prüfendes Auge darauf werfen. In elf Themenbereichen werden alte Erinnerungen wach, kann man die Beatles überall hören und auf der Kinoleinwand, in alten Fernsehgeräten oder Zeitungen wiedersehen. Im „Yellow Submarine” vermischen sich Song und U-Boot-Geräusche, im „Abbey Road Studio” wird man Zeuge einer Aufnahmesession der Beatles und im Kinosaal erlebt man die Hysterie, die die „Fab Four” ausgelöst haben. Jedes Detail ist den Legenden gewidmet - bis hin zum Fish-&-Chips-Imbiss „John's & Paul's” und „Yeah!Café”

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

DER EZ-PODCAST

TIPPSPIEL-ANMELDUNG

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN