Emden

Wind allein reicht nicht

Am 17. Deutschen Mühlentag beteiligten sich ostfrieslandweit zahlreiche Mühlen - auch die beiden in Emden.

Von EZ-Redakteurin

JANINE SCHALLER

Tel. 0 49 21 / 89 00 415

Emden. Während der bundesweite Auftakt des 17. Deutschen Mühlentags gestern Morgen offiziell in Leer-Logabirum an der Windmühle „Frisia” gefeiert wurde, ging es an der „De Vrouw Johanna”- Mühle auf dem Emder Wall kaum weniger festlich zu. Zahlreich waren die Besucher auch in diesem Jahr zum ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel erschienen. Viele von ihnen zog es im Anschluss in die Mühle und manchen auch bis auf die Galerie hinauf.

„Bei uns gibt es ja nur zwei Mal im Jahr die Gelegenheit, einfach so vorbeizukommen”, sagte Mühlenwart Dietrich Janßen gegenüber der Emder Zeitung. Zwar gebe es die Möglichkeit, die Mühle auf Anfrage mit einer Gruppe zu besichtigen - sonst aber eben nur am Mühlentag und am „Tag des offenen Denkmals”. Ein Grund dafür ist, dass dem rund 80 Mitglieder starken Emder Mühlenverein das technische Personal fehlt. „Die Kappe alleine um 90 Grad zu drehen, dauert rund 45 Minuten”, sagte Janßen, der sich gemeinsam mit Manfred Deke um die Technik kümmert. „Wir haben schon auf jegliche Art und Weise versucht, Leute zu animieren”, sagte Vereinsvorsitzender Joachim Frerichs.###STOP###

Noch mehr Aktivitäten könnte auch der Larrelter Dorfverein in der von ihm betriebenen Mühle „Kost Winning” anbieten, wenn er mehr Personal hätte. Von Ende Mai bis Ende September ist jeden Sonntag die Teestube geöffnet - ausgenommen die Sonntage, an denen Matjes- und Delftfest in der Stadt gefeiert werden. „Außerdem kommen Kindergärten und die Grundschule Larrelt regelmäßig zu uns, außerdem gibt es Veranstaltungen vom Nawi-Haus”, sagte Vereinsvorsitzender Bernd-Thomas Martens. Interesse gebe es sicherlich darüber hinaus. „Aber wir sind kein Rentnerverein und nur einer arbeitet im Schichtdienst.”

Zu tun gibt es an den beiden Emder Mühlen auch immer etwas. Die Johanna-Mühle hat gerade erst einen neuen Handlauf an der Galerie bekommen, in Larrelt steht der Austausch der „Röstermantjes” an. Die kleinen Balken , die unter dem Boden der Kappe herausragen sollen noch diesen Sommer in Eigenleistung erneuert werden. Dazu muss drei bis vier Wochen ein Gerüst aufgestellt werden, berichtete Martens.

Während Dietrich Janßen erneut darauf hinwies, dass die Bäume auf dem Marienwehrster Zwinger zu hoch sind und der Mühle zu viel Wind nehmen, kappt der Dorfverein die umstehenden Eschen alle zwei Jahre. „Sonst haben wir hier auch bald nicht mehr genug Wind”, sagte Martens.

Neben den beiden Emder Mühlen haben sich in Ostfriesland zahlreiche Betreiber von historischen Mühlen am bundesweiten Aktionstag beteiligt - unter anderem waren vertreten die Mühlen in Hinte, Rysum, Uttum, Greetsiel und Riepe.

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