Emden
Corona-Ausbreitung

"Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sind abzusagen"

Die Stadt Emden sowie die Landkreise Leer, Aurich und Wittmund gaben am Donnerstagnachmittag eine gemeinsame Pressemitteilung heraus.

Emden/Ostfriesland. Alle Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern sollen in Ostfriesland abgesagt werden. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stadt Emden sowie der Landkreise Leer, Aurich und Wittmund hervor. Bei Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern, sollen die Organisatoren verschiedene Faktoren abwägen. Die Verwaltungen bitten die Bevölkerung um Rücksichtnahme.

Die Landräte Matthias Groote (Leer), Olaf Meinen (Aurich), Holger Heymann (Wittmund) sowie der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff teilten mit: "Rücksichtnahme in Zeiten von Corona bedeutet, dass wir vorsichtig sind für die anderen. Für die, die besonderen Schutz benötigen: für die Älteren, für Mitbürgerinnen und Mitbürger, die durch eine Erkrankung vorbelastet sind - und für unser medizinisches Personal, das gesund bleiben muss, damit Ärzte und Pflegekräfte sich weiterhin um die Kranken kümmern können."

Bei Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmern sollen folgende Risiken abgewägt werden:

-die Teilnehmer (internationales oder überregionales Publikum, Publikum aus Risikogebieten oder aus einer Region mit aktivem Infektionsgeschehen, Risikogruppen)

-die Art der Veranstaltung (Veranstaltungen, bei denen die Gäste nah beieinander stehen oder sitzen, zum Beispiel Musikkonzerte)

-den Ort der Veranstaltung (Veranstaltungen in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen).

Die drei Landkreise und die Stadt Emden verzichten zunächst auch auf alle eigenen Veranstaltungen, sofern diese nicht dazu dienen, das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten. Auch, wenn das Risikopotenzial nur gering ist. Mögliche Ersatztermine werden zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt und rechtzeitig bekanntgegeben.

Das Niedersächsische Sozialministerium habe zudem ein Betretungsverbot für Reiserückkehrer aus Risikogebieten oder besonders betroffenen Gebieten für bestimmte Einrichtungen verfügt. Dazu zaählen unter anderem Schulen, Kindertagesstätten, Kindertagespflegestellen, Kinderheime, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Hochschulen und Landesbildungszentren. "Auch wenn es in Ostfriesland erste wenige Corona-Fälle gibt, sind diese Maßnahmen zur Vorbeugung erforderlich", heißt es. Heike de Vries, Leiterin des Gesundheitsamtes beim Landkreis Leer, erklärt, dass es jetzt darum gehe, eine Ausbreitung des Virus möglichst lange hinauszuzögern. "Wir müssen jegliche Zeit gewinnen, die wir gewinnen können." Diese Zeit solle genutzt werden, um das Gesundheitssystem bestmöglich auf Zeiten vorzubereiten, in denen die Zahl der Fälle deutlich steigt. "Das wird einfacher, wenn es langsam kommt", sagt Heike de Vries.

Mit ihrem Appell vom heutigen Donnerstag schließen sich die Landkreise Leer, Aurich und Wittmund sowie die Stadt Emden den Empfehlungen an, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der niedersächsischen Gesundheitsministerin Carola Reimann ausgegeben worden sind. Die vier Verwaltungschefs empfehlen darüber hinaus, die Hygieneempfehlungen zu beachten und bei Erkrankungen zunächst telefonisch abzuklären, ob ein Arztbesuch tatsächlich notwendig ist.

Eine zeitliche Begrenzung wurde zunächst nicht genannt.

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