Emden

Und noch ein SPD-Kandidat

Auch SPD-Ratsherr Rico Mecklenburg will jetzt Emder Oberbürgermeister werden.

Von EZ-Redakteur

JENS VOITEL

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Emden. „Nach reiflicher überlegung und vielen Gesprächen” hat sich gestern der SPD-Ratsvorsitzende Rico Mecklenburg offiziell um eine Kandidatur für das Amt des Emder Oberbürgermeisters beworben. Mecklenburg ist der inzwischen fünfte Kandidat aus den Reihen der SPD, der sich um die Nachfolge von Oberbürgermeister Alwin Brinkmann bemühen will. Brinkmann hatte, wie berichtet, angekündigt, sein Amt im Herbst 2011 aufzugeben und in den Ruhestand zu gehen.

„Ich habe mir das lange überlegt und mich nach Rücksprache mit meiner Familie am Wochenende entschlossen, zu kandidieren”, sagte Mecklenburg gegenüber der Emder Zeitung. Ausschlaggebend sei gewesen, dass er in den vergangenen Wochen unter anderem wiederholt aus den SPD-Ortsvereinen angesprochen und ermuntert worden sei. Zugleich rechne er sich selbst gute Chancen aus, für sich und die SPD bei der OB-Wahl ein gutes Wahlergebnis zu erzielen.###STOP###

Zuvor hatten sich bereits die Unterbezirksvorsitzende Angelika Hentschel, der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Emder Rat, Bernd Bornemann, und SPD-Ratsherr Gregor Strelow zu einer Kandidatur bekannt. Sehr wahrscheinlich ist zudem, dass sich auch der derzeitige Krummhörner Bürgermeister Johann Saathoff (SPD) aufs Schild heben lassen wird. Entsprechende Signale der Unterstützung sind bereits aus dem SPD-Ortsverein Nordwest gekommen.###STOP###

Der SPD-Fraktionschef im Emder Rat und Landtagsabgeordnete Hans-Dieter Haase hielt sich gestern auf Nachfrage mit einer Stellungnahme zur Kandidatur von Rico Mecklenburg auffällig zurück. Er bewertete die Fülle von Kandidaten zunächst einmal als positives Zeichen - für die SPD: „Das zeigt doch, dass wir immer noch eine gute Personaldecke und hoch qualifizierte Leute haben.” Zugleich mahnte Haase: „Es darf jetzt aber nicht der Eindruck von Beliebigkeit erzeugt werden.” Das Amt dürfe nicht durch eine große Fülle von Kandidaten beschädigt werden.

Mecklenburg verwies gestern in einer ganzseitigen „Bewerbung” auf seine breit gefächerten Interessen in der Kommunalpolitik, auf seine fast 20-jährige Arbeit als „Dienstvorgesetzter” einer großen Schule, auf seine langjährige Gewerkschaftsarbeit und seine ehrenamtliche Arbeit in der Ostfriesischen Landschaft. All dies würde ihn für das Amt des Oberbürgermeisters qualifizieren. Darüber hinaus wirft Mecklenburg seine Arbeit als Ratsvorsitzender in die Waagschale, bei der er nach eigener Einschätzung sowohl mit der Verwaltung als auch mit der Politik gute Kontakte gepflegt habe: „Meiner Meinung nach können wir wegen der erheblichen finanziellen Probleme die vor uns stehenden Aufgaben nur gemeinsam bewältigen.” So würde er im Falle seiner Wahl auch das Amt des Oberbürgermeisters verstehen.

Nach den Plänen der SPD sollen sich mögliche Kandidaten der Partei für den Posten des OB spätestens bis zum 23. Juni gemeldet haben. Am Tag darauf will der Unterbezirksvorstand über die Auswahl und das weitere Vorgehen beraten. Teile der Emder SPD haben bereits eine Urwahl der Basis gefordert. Ob es dazu kommt, ist aber wohl noch nicht entschieden. Haase zumindest hofft, dass sich die Zahl der Bewerber in den nächsten Wochen und Monaten noch verringert, die Kandidatenauswahl sich noch konkretisieren lässt. „Ich hoffe, dass am Ende nicht mehr als vier oder fünf Kandidaten zur Wahl stehen.” Andernfalls bestehe die Gefahr, dass einzelne beschädigt würden, sagte Haase.

Wie sich das Ringen von gleich fünf Kandidaten auf das Innenleben der SPD auswirken wird, bleibt abzuwarten. Erste, und sicher nicht ganz uneigennützige Stimmen fordern bereits, dass die Unterbezirksvorsitzende Angelika Hentschel ihr Amt bis zur Wahl ruhen lassen sollte. Schließlich könne sie sich als UB-Vorsitzende nicht gleichzeitig um eine OB-Kandidatur bemühen. Aufmerksam zur Kenntnis genommen wird zudem, dass der Ortsverein Ost mit Hentschel und Mecklenburg jetzt gleich zwei Kandidaten aufs Parkett bringt. Und auch die Tatsache, dass Mecklenburg zwar den Unterbezirksvorstand und die Presse über seine Kandidatur informiert hat, nicht aber den Fraktionsvorsitzenden Haase, lässt auch nicht gerade auf ein gemeinsames Vorgehen der Partei schließen. Zuvor hatte es bereits einen Eklat zwischen Angelika Hentschel auf der einen und den SPD-Granden Johann Bruns und Alwin Brinkmann auf der anderen Seite gegeben. Letztere hatten sich für Bornemann ausgesprochen - ohne sich darüber mit der Unterbezirksvorsitzenden abzustimmen. Die war darüber nicht amüsiert und kandidierte dann selbst.

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