Emden

„Trainingsorte für unsere Mitarbeiter”

Bard will zwei seiner Anlagen in die Emsmündung vor Manslagt setzen.

Von EZ-Redakteurin

UTE LIPPERHEIDE

Tel. 89 00 58

Emden. Die ersten Gespräche mit der Politik sind geführt. Das Land Niedersachsen wie auch die Stadt Emden sind eingebunden. Die Emder Windkraftanlagenfirma Bard will zwei ihrer riesigen Anlagen in die Emsmündung vor Manslagt setzten. Das wäre das erste Mal, dass in der Emsmündung solche Off-Shore-Windkraftgeneratoren aufgestellt werden.

Das Genehmigungsverfahren wird nicht einfach werden, machte der Geschäftsführer von Bard Engineering, Heiko Roß, deutlich. Er berichtete gestern während eines Besuchs des SPD-Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Garrelt Duin aus Hinte über das neue Vorhaben. Duin war im Rahmen seiner Sommerreise mit Politikern aus der Region und Journalisten aus dem Land angereist (Bericht Seite 12).

„Diese Anlagen sollen auch Trainingsort für unsere Mitarbeiter werden”, sagte Roß. Sie sollen lernen, wie man mit der Situation in Anlagen mitten im Wasser zurecht kommt. Auch Rettungsmaßnahmen und ähnliches werde vor dem „Ernst-Einsatz” mit den Beschäftigten geübt. „Es ist besser, so etwas zwei Kilometer vor dem Festland zu machen, als hundert Kilometer weit draußen”, sagte Bard-Pressesprecher Andreas Kölling.

Die beiden Anlagen werden baugleich mit den Generatoren sein, die Bard bei den geplanten insgesamt elf Vorhaben auf hoher See einsetzten will. Die Bard Gruppe hat eigene Windkraftanlagen entwickelt, die nach Angaben von Roß bei Experten einen „sehr guten Ruf” erlangt haben: „Wir haben unseren Weg beschritten und dieser war bisher sehr erfolgreich. Ich gehe nicht davon aus, dass sich das ändern wird.” Die Nachfrage, auch von externen Windpark-Betreibern auf hoher See, sei groß (wir berichteten).

Das Manslagter Vorhaben soll vom Rysumer Nacken aus versorgt werden. Es ist geplant, dort auch verschiedene Gründungsmethoden auszuprobieren. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von 90 Metern, der Rotordurchmesser liegt bei 122 Metern. Wenn die Genehmigung erteilt wird, könnte möglicherweise noch Ende 2009 mit dem Bau begonnen werden. Der Startschuss für den ersten Offshore-Windpark von Bard 100 Kilometer nordwestlich von Borkum soll bereits im Frühjahr 2009 fallen.

Zur Zeit entsteht vor Hooksiel die erste Bard-Anlage im Wasser (siehe Bericht auf dieser Seite). Auch hier soll mit den Beschäftigten trainiert werden. Roß: „Die Sicherheit unserer Leute ist uns sehr viel Wert.” Nur wer entsprechende, teilweise auch brenzlige Situationen trainiere, könne diese meistern, ist Ross überzeugt. Die Manslagter Anlagen sollen aber nicht nur als Trainingscamps für die Beschäftigten und als Probestation für den Aufbau geschaffen werden, sondern auch Strom produzieren.

Duin und der SPD-Europaabgeordnete aus der Region, Matthias Groote, befürworteten dieses Vorhaben im Schutzgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Die Anlagen sollen auf dem Gebiet einer stillgelegten Verdichtungsstation im Wasser errichtet werden.

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