Emden

SPD-Chefin bringt Ortsverein hinter sich

Emden-Ost benennt Angelika Hentschel als Kandidatin für das Amt des Emder Oberbürgermeisters.

Von EZ-Redakteur

JENS VOITEL

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Emden. Auch die Emder SPD-Unterbezirksvorsitzende Angelika Hentschel hat jetzt eine erste wichtige Hürde für ihre Kandidatur um das Amt des Emder Oberbürgermeisters genommen. Sie setzte sich am Montagabend in ihrem eigenen Ortsverein gegen die Mitbewerber Rico Mecklenburg und Gregor Strelow durch und geht damit als offizielle Kandidatin des SPD-Ortsvereins Emden-Ost ins innerparteiliche Rennen.

Nach Informationen der Emder Zeitung entfielen 16 von 26 Stimmen auf Angelika Hentschel, fünf auf Mecklenburg und keine auf Strelow. Vier Mitglieder des Ortsvereins Ost enthielten sich der Stimme, ein Stimmzettel war ungültig. Ortsvereinsvorstand Heinrich Hentschel, Ehemann von Angelika Hentschel, wollte das genaue Abstimmungsergebnis gestern zwar nicht öffentlich machen, Teilnehmer bestätigten das Votum allerdings gegenüber der EZ.

Die Abstimmung in Emden-Ost ist nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, weil gleich drei Kandidaten aus dem Ortsverein Oberbürgermeister werden wollen. So gesehen war es für Angelika Hentschel nicht ganz einfach, die notwendige Rückendeckung zu bekommen, obwohl sie in Emden-Ost als gut vernetzt gilt. Teilnehmer der fast dreistündigen, nicht-öffentlichen Sitzung, berichteten gestern von einer „heißen” und durchaus „kontroversen” Diskussion.

Die Kandidatin Angelika Hentschel hat dabei offenbar indirekt auch ihr Amt als Unterbezirksvorsitzende in die Waagschale geworfen. Zumindest habe sie mit Nachdruck um Unterstützung des Ortsvereins gebeten. Andernfalls könne sie wohl kaum als Kandidatin ins Rennen gehen, was Teilnehmer der Sitzung als Rücktrittsdrohung für den Fall ihres Scheiterns werteten. Hätte ihr Ortsverein sie nämlich mit noch weniger Stimmen gewählt oder sogar durchfallen lassen, hätte ihre Kandidatur wohl kaum mehr Sinn gemacht. Und eine Unterbezirksvorsitzende, die nicht einmal ihren eigenen Ortsverein hinter sich bringen kann, wäre dann auch auf höherer Parteiebene geschwächt, wenn nicht sogar beschädigt. Ein Rücktritt wäre dann sicher nicht völlig ausgeschlossen gewesen - ein Desaster für die gesamte Emder SPD. Das alles ist jetzt erst einmal abgewendet worden.

Doch auch Rico Mecklenburg ist noch lange nicht aus dem Rennen. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wybelsum, Thomas Goos, bestätigte gestern auf Nachfrage Informationen der Emder Zeitung, wonach der Vorstand in Wybelsum in der vergangenen Woche in nicht-öffentlicher Abstimmung beschlossen hat, Mecklenburg als Kandidaten für das Amt des Emder OB vorzuschlagen. Ein entsprechendes Schreiben sei an den Unterbezirksvorstand gegangen, der bis zum heutigen Mittwoch Kandidatenvorschläge sammeln wollte. Rico Mecklenburg war also am Montagabend in Wolthusen gar nicht mehr so sehr auf die Unterstützung seines Ortsvereins angewiesen.

Das sieht Gregor Strelow ähnlich, allerdings aus einer anderen Motivation heraus. Für ihn sei die Abstimmung in Emden-Ost „nur eine Momentaufnahme”, sagte er gestern. Das Ergebnis sei auch keine wirkliche überraschung gewesen. Er werde weiter an seiner Kandidatur festhalten und setze auf die Unterstützung der Parteibasis und natürlich auf die Stimmen der Emder Bürger. Dass er keinen SPD-Ortsverein hinter sich habe, sei nicht das Problem.

Die Emder SPD geht also weiterhin mit fünf Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Alwin Brinkmann als Oberbürgermeister der Stadt Emden. Neben Angelika Hentschel, Rico Mecklenburg und Gregor Strelow werden der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Emder Rat, Bernd Bornemann, und der Krummhörner Bürgermeister Johann Saathoff um die Gunst der Wähler kämpfen. Letzterer hat sich zwar noch nicht öffentlich zu einer Kandidatur bekannt. Der Ortsverein Nord-West unter dem neuen Vorstand mit Klaus van Ahrens und Friedhelm Merkentrup setzt sich aber vehement für Saathoff ein und hat nach eigenen Angaben dessen feste Zusagen für eine Kandidatur.

Großer Streit droht den Sozialdemokraten aber weiterhin. Am Donnerstag muss der Unterbezirksvorstand klären, wie das weitere Vorgehen aussehen soll. Auch in Wolthusen ist am Montagabend offenbar heftig darüber gestritten worden, wer letztlich über den SPD-Kandidaten entscheiden soll. Emden-Ost hat sich letztlich dafür ausgesprochen, die Kandidaten auf „mindestens vier” Veranstaltungen (ob öffentlich oder nur parteiöffentlich, ist noch nicht entschieden) vorzustellen. Am Ende aber sollen die Delegierten der Ortsvereine abstimmen dürfen. Andere Ortsvereine, darunter Nord-West, wollen die Kandidatenkür auf eine breitere Basis stellen und fordern eine Art Urabstimmung.

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