Emden

”Selbsthilfe” baut Wohnsitze für Alte mitten im Zentrum

Kirchliches Grundstück in der Graf-Edzard-Straße wird ”so schnell wie möglich” bebaut. Von EZ-Redakteurin INA WAGNER Tel. 0 49 21 / 89 00 411

Emden. Die Evangelisch-lutherische Gemeinde Emden hat ihr Grundstück in der Graf-Edzard-Straße an die Wohnungsbaugesellschaft ”Selbsthilfe” verkauft. Diese will den Grund mit altengerechten Wohnungen bebauen.

In einem zweiten Bauabschnitt wird auch das Grundstück in der Douwesstraße, auf dem heute noch die Superintendentur steht, bebaut. Dies geschieht aber erst, wenn Superintendent Dr. Friedhelm Voges in den Ruhestand getreten ist. Die neuen Besitzer wollen den ersten Bauabschnitt schnellstmöglich angehen, sobald die Stadt Emden die Baugenehmigung erteilt hat.

Das Grundstück in der Graf-Edzard-Straße ist für die Lutheraner von Bedeutung, weil sie damit das letzte Stück ”Tafelsilber” verkaufen. Dies geschieht, um den Bau des neuen Gemeindehauses neben der Martin-Luther-Kirche zu finanzieren. ”Es war für uns letztlich aber eine leichte Entscheidung, weil die Selbsthilfe beide Grundstücke haben wollte”, betonte gestern Friedhelm Voges im Rahmen einer Pressekonferenz.

Für die ”Selbsthilfe ”war eben dieses Fakt von Bedeutung, um auf dem - nach dem Abriss der Superintendentur - 3300 Quadratmeter großen Grundstück insgesamt 23 bis 25 Wohnungen von je 60 bis 75 Quadratmetern Größe bauen zu können.

Der Komplex soll darüber hinaus zwei Besonderheiten aufweisen: einen großer Mehrzweck-Gemeinschaftsraum und außerhalb der Wohnungen liegender Besucherzimmer für Familienmitglieder. ”Wir haben uns das in Leer angeschaut, wo gerade ein solches altengerechtes Haus gebaut wurde. Das ist ganz toll”, schwärmt ”Selbsthilfe”-Vorstand Harald Hemken.

Die demografische Entwicklung verlange danach, den Mitgliedern der Wohnungsbaugenossenschaft ein solches Angebot zu machen. ”Wir haben festgestellt, dass unsere Wohnungen nicht altengerecht sind”, erklärte gestern Vorstandsmitglied Otto Pröhl.

Auf dem Grundstück war nach dem Krieg die lutherische Notkirche, eine Großbaracke, aufgestellt worden. Pläne, dort später das Kirchenkreisamt zu bauen, hatten sich zerschlagen. Dann stellte die Gemeinde der Stadt Emden das Grundstück zur Verfügung, die hier einen Kinderspielplatz einrichtete. der Vertrag lief 1991 aus, der Spielplatz aber blieb. Als er schließlich weichen sollte, um dort eine Landessuperintendentur zu bauen, gab es massive Proteste von Anwohnern. Das Projekt ließ man fallen. Dass es nun womöglich wieder Proteste geben könne, glaubt weder der Selbsthilfe-Vorstand noch der Kirchenvorstand. ”Es ist ein sinnvolles Projekt, wir werden schließlich alle älter.”

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