Emden

Schaumkronen, Schrecken und Schellack

Auf dem gestrigen Museumstag gab es in Emden einiges zu entdecken. Von EZ-Redakteur AXEL MILKERT Tel. 0 49 21 / 89 00 410

Emden. 35. Internationaler Museumstag bei alles andere als museumsreifem Wetter: Wer wollte, bekam gestern fast den ganzen Tag lang historische, kunstgeschichtliche, maritime, technische und naturwissenschaftliche Besonderheiten geboten. Die verschiedenen Einrichtungen hatten sich zum Teil einiges für diesen besonderen Tag einfallen lassen.

Für die Freunde der Seefahrt in ihrem Domizil in der Emsstraße war es ein willkommener Anlass, ihre neuen Räume vorzustellen. Die Publikumsresonanz war allerdings eher durchwachsen. Ernst Richter, Mitbegründer des maritimen Museums: ”Es könnten ruhig ein paar Besucher mehr sein.” Die Seefahrtsfreunde zeigten zusätzlich zur Dauerausstellung verschiedene Filme aus der Seefahrt - ein belebendes Element für die reichhaltige Sammlung von Schiffsmodellen, Fotos, Gemälden, Fahnen Taufscheinen und mehr.

Mit Schrecken, genauer gesagt mit einer Australischen Gespenstschrecke und einer Stabschrecke bekamen es die Besucher der Naturforschenden Gesellschaft zu tun. Claudia Steinhoff wusste einiges zu den kurios anmutenden Insekten zu erzählen. Vier Gespenstschrecken sind seit kurzem Haustiere der Steinhoffs. ###STOP###Die Stabschrecke gehört Naturkundler Stefan Rölling, der in der Emder Zeitung bereits heimische Insekten in einer Serie vorstellte. Auf Wunsch führte Claudia Steinhoff die pflanzenfressenden Gespenstschrecken auf ihrer Hand vor.

Mit einem anderen naturwissenschaftlichen Feld konnten man sich wenige Schritte nebenan beschäftigen. Dort hatte die ”Naturforschende” allerlei zum Thema ”Optische Täuschung” aufbereitet. Eine spannende Angelegenheit fürs Auge, wenn aus einer aus der Ferne betrachteten Marilyn Monroe beim Näherkommen ein Albert Einstein wird. Oder Brewsters Stereoskop, das aus zwei zweidimensionalen Bildern einen räumlichen Effekt hervorzaubert. Die ”Naturforschende” war mit dem gestrigen Tag zufrieden. Direktor Stephan-Gerhard Koziolek: ”Die, die kamen, sind lange geblieben. Das freut uns sehr.”

Den musischen Part deckten Landesmuseum und Kunsthalle ab. Erstere mit Sonderführungen durch die Monroe-Ausstellung, letztere mit einem Vortrag der Emder Schellackfreunde, der sich perfekt in die laufende Karl-Hofer-Ausstellung einpasste. Bernhard Roeden plauderte über - heute eher weniger bekannte - Musiker, deren Leben und die Schallplattenindustrie der 1930er Jahre. Zu Gehör brachte Roeden Künstler wie Eugen Rex, Hermann Leopoldi oder Hans Bund. Ein Stück spannende Zeitgeschichte musikalisch verpackt, die sich etwa 60 Zuhörer nicht entgehen ließen.

Verhalten verlief der Museumstag an Bord des Feuerschiffs ”Amrumbank” und des Seenotrettungskreuzers ”Georg Breusing”. Wolfgang Peuke vom Förderkreis ”Georg Breusing” registrierte dafür am Sonnabend einen starken Besucherandrang. ”Da war wahnsinnig viel los.” Viele Kurzurlauber waren am Sonntag vermutlich schon wieder abgereist. Außerdem sind Sonnenschein und über 20 Grad nun mal keine Museumsfreunde.

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