Emden

Podiumsdiskussion zur Notfallversorgung

Am Mittwochabend fand in Emden eine Podiumsdiskussion zur künftigen medizinischen Versorgung in Ostfriesland statt. Eingeladen wird in die Johannes a Lasco Bibliothek.

Wie geht es mit der medizinischen Notfallversorgung in Emden und Ostfriesland weiter? Diese und weitere Fragen sind am Mittwocha

Emden. In der Johannes a Lasco Bibliothek hat am Mittwochabend die erste Podiumsdiskussion in diesem Jahr zur künftigen Notfallversorgung in Emden und Ostfriesland stattgefunden. Das Thema lautete "Neue Wege der Notfallversorgung". 

Nahezu alle der etwa 200 zur Verfügung stehenden Plätze für die Bevölkerung waren besetzt. Statt der angekündigten sieben Teilnehmer des Podiums traten allerdings nur sechs auf.

Fragen beantworten Klaus Kogelmann (Chefarzt Klinikum Emden), Dieter Düvel (Geschäftsführer des Rettungsdienstes vom Landkreis Aurich), Volker Niehaus (Facharzt für Orthopädie in Norden), Jörg Weissmann (Allgemeinmediziner aus Emden), Thorsten Kleinschmidt (Allgemeinmediziner aus Braunschweig) und Thomas Bartkiewicz (Ärztlicher Direkter des Städtischen Klinikums Braunschweig. Der Internist Axel Schönian aus Hage musste aus persönlichen Gründen absagen.

Im Folgenden veröffentlicht die Emder Zeitung eine Auswahl von interessanten Erläuterungen der Podiumsteilnehmer:

"Es gibt Bürger, die haben eine Magen-Darm-Grippe, und rufen deshalb falscherweise den Rettungsdienst. Und das machen sie deshalb, damit sie in der Notaufnahme schneller behandelt werden", sagte Dieter Düvel, Geschäftsführer des Rettungsdienstes vom Landkreis Aurich.

Klaus Kogelmann (Chefarzt Klinikum Emden): "In den vergangenen Jahren hatten wir mehr als 26 000 Patienten in unserer Notaufnahme. 60 Prozent konnten nach einer ambulanten Behandlung direkt wieder gehen. Etwa ein Drittel der 26 000 hätten Zuhause bleiben können."

Eine Patientin aus Warsingsfehn fuhr vor einiger Zeit wegen eines Blinddarmdurchbruchs in die Emder Notaufnahme. Um 17 Uhr kam sie im Klinikum an, die Behandlung folgte nach eigenen Angaben erst zwei Stunden später. "Ich musste viel zu lange warten", berichtete die Patientin. Das Personal habe ihr im Klinikum gesagt, dass der zuständige Chirurg zu dem Zeitpunkt in einer Operation sei. Kogelmann reagierte: "Das hätte nicht sein dürfen. Doch das Problem ist: Die Zeit, die wir mit Patienten verbrauchen, die eigentlich keine Behandlung benötigen, wird für die richtigen Notfälle zum Problem", so Kogelmann.

Der Norder Orthopäde Niehaus versteht die Verärgerung dieser Patientin nicht: "Es ist doch eine super Leistung, wenn jemand nach zweieinhalb Stunden auf dem OP-Tisch liegt. Die Wartezeit ist zwar schlimm, aber wir können uns keinen zusätzlichen Chirurg backen. Ich ziehe meinen Hut vor dem Krankenhaus Emden."

Emdens Chefarzt Kogelmann pflichtet nun Niehaus bei. "Nach zweieinhalb Stunden im OP-Saal zu sein, ist gut. Schließlich muss der Arzt vieles zuvor erkennen - unter anderem muss er herausfinden, dass es ein Notfall ist."

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