Emden

Optimale Bedingungen bei Ems-Passage

Kreuzfahrtschiff

Gandersum/Emden. Windstille und ausreichende Wasserstände haben am Sonnabendmorgen für eine problemlose Überführung des neuesten Kreuzfahrtschiffes der Meyer Werft, der ”AIDAstella”, auf der Ems geführt. Bereits kurz nach 10 Uhr und damit etwa eineinhalb Stunden früher als zunächst geplant, passierte der Luxusliner das Sperrwerk und erreichte wenig später Emden. Die Passage des vorerst letzten AIDA-Schiffes einer Siebener-Serie verfolgten mehrere Tausend Zuschauer. Darunter viele karnevalsflüchtige Rheinländer, die einen Kurzurlaub in Ostfriesland verbringen.

Trotz Minustemperaturen und einem vorübergehenden Schneegestöber hatten sich schon sehr früh mehrere hundert Zuschauer am Sperrwerk in Gandersum eingefunden, um die Ems-Passage des Luxusliners aus nächster Nähe zu verfolgen. ###STOP###Darunter auch die Kölner Fotografin Claudia Buhs und ihre Freundin Katja Reinl aus Münster. Sie machen eine Woche Urlaub in Ostfriesland. ”Wir sind heute Nacht schon um 2 Uhr in Norddeich aufgebrochen”, sagte Buhs. Tags zuvor haben sie die einzelnen Stationen der Ems-Passage abgefahren, die Jann-Berghaus-Brücke ebenso in Augenschein genommen wie die Eisenbahnbrücke in Weener, bei der das Mittelteil der Brücke just in dem Moment demontiert wurde, als sie dort eintrafen.

Über das wieder überaus große Zuschauerinteresse an einer Schiffsüberführung freute sich auch Gerda Merkner vom gleichnamigen Fischhandel, der am Sperrwerk mit einem Verkaufsstand vertreten ist. ”Die Tageszeit ist günstig. Das lockt viele Zuschauer an”, hieß es. Entsprechend dicht beparkt waren die Stichstraßen zum Deich zwischen Gandersum und Emden, aber auch die Hauptstraße.

”Leinen los” hieß es für die ”AIDAstella” bereits kurz nach Mitternacht in Papenburg. Wegen der besseren Manövrierbarkeit legte das Schiff den Weg auf der schmalen Ems wieder im Rückwärtsgang zurück, gesteuert vom Team der Emder Lotsenbrüderschaft. Kurz nach 8 Uhr erreichte die ”AIDAstella” den Dalbenliegeplatz vor dem Sperrwerk. Dort musste sie zunächst warten. Nach dem letzten Fahrplan sollte das Schiff die Sperrwerks-Passage um 11.30 Uhr absolvieren. Doch schon kurz nach 10 Uhr nahm das Schiff mit Unterstützung zweier Schlepper wieder Fahrt auf, um in der glitzernden Wintersonne durch das 60 Meter breite Haupttor des Sperrwerks zu gleiten.

Die Bedingungen waren einfach perfekt. ”Wir brauchten nicht pumpen... Es ging nicht besser”, sagte Herma Heyken, Pressesprecherin der Niedersächsischen Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Umweltschutz (NLWKN), gegenüber der Emder Zeitung.

Die Ems wurde bereits am Freitag ab 23 Uhr aufgestaut. Der Aufstau dauerte diesmal weniger als eine Tide. Schon nach elf Stunden wurden die Sperrwerks-Tore wieder geöffnet. Die AIDAstella” war seit der Inbetriebnahme des Sperrwerks im Jahr 2002 das 21. Kreuzfahrtschiff, dass mit Unterstützung des Sperrwerks überführt wurde. Insgesamt wurden 26 Schiffe überführt: 21 Kreuzfahrtschiffe, eine Autofähre und vier Containerschiffe.

In Höhe des Außenhafens Emden drehte die ”AIDAstella”. Nach einem kurzen Aufenthalt sollte das Schiff zur Einstellungsfahrt in Richtung Borkum aufbrechen. Dabei werde der elektronische Kompass eingestellt, erklärte ein Werftsprecher.

Die ”AIDAstella” ist das letzte von sieben Schiffen, das die Meyer Werft für die Rostocker Reederei AIDA Cruises gebaut hat. Im März soll der Luxusliner, der Platz für annähernd 2200 Passagiere bietet, übergeben werden.

Schritttempo auf L 2

Zuschauer, die aufgrund der vorgezogenen Passage am Sperrwerk die ”AIDAstella” verpasst hatten, fuhren dem Schiff quasi hinterher. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ging es für die Autofahrer nur im Schritttempo von Gandersum nach Emden. Im Hafenbereich Emden waren mehr Fahrzeuge als sonst an einem Sonnabendvormittag zu beobachten.

Schon in wenigen Wochen steht die nächste Überführungsfahrt an: Die ”Norwegian Breakaway” tritt die Reise von Papenburg über die Ems in die Nordsee an. Es ist das größte Schiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde. Es ist fast 40 Meter breit und 324 Meter lang.

Anlässlich der Überführung bekräftigten die Naturschützer ihre Kritik am Zustand der Ems. Sie beklagen die ökologischen Probleme an der Ems. Grund seien die jahrzehntelangen Ausbaggerungen und Anpassungen des Flusses.

Aufgrund von Überkapazitäten muss die Meyer Werft in diesem Jahr 51 Millionen Euro einsparen (wir berichteten). Der zunehmende Wettbewerb aus Asien setzt dem Unternehmen zu. Den Papenburgern geht es aber insgesamt deutlich besser als vielen anderen Schiffbaubetrieben.

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