Emden

Nur noch wenige Zimmer an der Küste frei

Zum Jahreswechsel ist ein Kurzurlaub nach wie vor gefragt - trotz der Wirtschaftskrise.

Von EZ-Redakteurin

JANINE SCHALLER

Tel. 0 49 21 / 89 00 415

Emden. Ob Emden, Greetsiel oder die ostfriesischen Inseln - über mangelnde Gäste kann sich die Tourismus-Branche in der Region zurzeit nicht beklagen. Das ergab eine Umfrage der Emder Zeitung. „Ein paar wenige Zimmer gibt es noch, aber die großen Hotels sind alle ausgebucht”, sagte Rainer Gerdes, Geschäftsführer der Emder Marketing und Tourismus GmbH. Von der Wirtschaftskrise sei nichts zu spüren. „Wir bewegen uns auf dem Niveau der Vorjahre.”

„So gut wie dicht”

Auf Borkum hieß es: „Die Hotels sind so gut wie dicht”. Genaue Zahlen lagen der Leiterin der Touristinformation, Simone Hess, gestern zwar nicht vor, aber ihrer Einschätzung nach ist die Insel stärker besucht als in den Vorjahren.

Ebenso viele überfahrtmöglichkeiten wie in den vergangenen Jahren bietet die AG Ems von Emden aus nach Borkum an, zwei Abfahrten gibt es zudem von Eemshaven aus. „Zurzeit fahren ab Emden täglich drei Fähren und ein Katamaran”, sagte Fährdienstleiter Hans-Jörg Oltmanns. „Und die Fähren sind sehr voll.” Die Anreisewelle habe am zweiten Weihnachtstag begonnen und seitdem angehalten. Für heute rechnet er jedoch mit etwas weniger Fahrgästen.

„Wie immer in dieser Zeit sieht es sehr gut aus”, sagte Heiko Knieper, Prokurist bei der Frisia Reederei. Sowohl nach Norderney als auch nach Juist hin seien die Abfahrten aufgestockt worden. Insgesamt sechs Fähren sind seit dem 26. Dezember zwischen Norddeich und Norderney sowie zwischen Norddeich und Juist im Einsatz. Während es nach Juist täglich zwei bis drei Abfahrten gibt, sind es nach Norderney 14 bis 15. „Für die Rückfahrt am 2. und 3. Januar haben wir sogar 16 Abfahrten und die sind auch schon dicht”, sagte Knieper. Genaue Zahlen konnte er noch nicht nennen, aber schätzungsweise wurden zum Jahreswechsel mehr Besucher auf die Inseln gebracht als im Vorjahr.

„Dass man hier gut dem Trubel in der Heimat entfliehen kann, ist seit Jahren kein Geheimtipp mehr”, sagte Norderneys Marketingleiter Herbert Visser. Von einem spontanen Besuch auf der Insel rät er dringend ab. „Viele Eigentümer von Wohnungen sind zwar jetzt auch selbst auf der Insel. Aber wer etwas vermieten wollte, hat es auch vermietet.” Kurzfristig Chancen sieht Visser, wie seine Kollegen, nur wenn andere Urlauber im letzten Moment absagen. Er empfiehlt dringend, Kontakt zur Zimmervermittlung aufzunehmen, bevor die Fahrt mit der Fähre angetreten wird.

Insgesamt, so schätzt Visser, seien wohl rund 20 000 Besucher auf Norderney. Etwa 60 bis 70 Prozent der Gäste blieben eine Woche oder länger und seien bereits angereist, mit den übrigen rechnete Visser gestern und heute. Gerade für Vermieter von Ferienwohnungen sei es angenehmer, längerfristig zu vermieten. „Sie haben aber den Markt der Wochenend-Gäste erkannt und nehmen auch Buchungen für drei bis vier Nächte an.”

Eine sehr gute Auslastung vermeldet auch die Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel. Einige wenige Zimmer seien aufgrund von Stornierungen noch spontan zu bekommen, aber insbesondere in Greetsiel werde es eng. Wer Mitternacht am Hafen steht, wolle eben nicht mehr Auto fahren.

Veranstaltungen locken

Die gute Auslastung führten die Befragten durchweg auch auf die für Arbeitnehmer günstige Lage der Feiertage zurück. So ergibt sich für viele in diesem Jahr vom 31. Dezember bis zum 3. Januar ein langes Wochenende. Zudem locken viele Orte für diejenigen, die nicht nur Ruhe suchen, mit besonderen Veranstaltungen.

Auf Borkum gab es am Dienstag und gestern Blues-Nächte, heute findet in der Kulturinsel eine Silvesterparty statt. Norderney wirbt gleich mit einem umfangreichen Programm dafür, den Jahreswechsel auf der Insel zu verbringen - dieses reicht von Konzerten über einen Silvesterball bis zum „Anbaden”.

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