Emden
Rede zum Jahresbeginn

Neujahrsansprache in der Nordseehalle

Tim Kruitthoff hieß zahlreiche Emder bei seinem ersten Neujahrsempfang als Oberbürgermeister willkommen.

Von Imke Cirksena

Emden. Es ist der erste Neujahrsempfang für Oberbürgermeister Tim Kruithoff, der am Samstagvormittag um 11 Uhr in der Nordseehalle startete. Ganz nach dem Emder Urgestein Otto Waalkes hieß er die Bürger in der "größten Garage Ostfrieslands" willkommen. Viele Gäste waren gekommen, um der Neujahrsrede zu lauschen. Kruithoff brach dabei erstmals mit einer Tradition: er trug nicht die Amtskette mit dem Konterfrei von Kaiser Wilhelm II.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem musikalischen Beitrag der Bläserklasse der Grundschule am Wall. Danach zeigte die Emder Zeitung in einem Video einen Rückblick zum Jahr 2020. Anschließend begann Kruithoff mit der Neujahrsrede. Gleich zu Beginn kündigte er an, dass er die Rede vermutlich überziehen werde.

Der Oberbürgermeister, der nun 71 Tage im Amt ist, freute sich über die "neue, große Aufgabe" als Oberhaupt der Stadt. Sein Amt erfülle ihn, und mittlerweile fühle er sich angekommen.

"Meine Vision von Emden ist die einer starken Stadt mit einer ebenso starken bürgerlichen Gemeinschaft", sagte Kruithoff. Er forderte einen gemeinsamen Wertekanon und Sanktionen für dessen Missachtung. Als Beispiele nannte er die Beschimpfung von Personen aus der Öffentlichkeit sowie illegale Müllentsorgung. Zuvor sprach er bereits das Gewaltverbrechen in der Graf-Edzard-Straße an, dass Anfang Dezember viele Emder erschütterte. Er kritisierte, dass sich solche offenbar gewaltbereiten Millieus in Emden gebildet haben. "Wir müssen feststellen, dass das Zusammenleben mit verschiedenen Nationalitäten in unserer Stadt längst nicht mehr so reibungslos läuft, wie wir uns das wünschen", so Kruithoff.

Wirtschaftlich sieht Kruithoff Emden in einem "historischen Transformationsprozess" als Automobilstandort. Zusammen mit der Windenergie-Krise sehe es nicht unbedingt nach einer rosigen Zukunft aus. Der Oberbürgermeister selbst bewertete die Umstellung auf Elektromobilität als eine große Chance.

Auch die Situation der Emder Innenstadt wurde mit Hinblick auf die kürzlich bekannt gewordene Schließung der C&A-Filiale angesprochen. Kruithoff wies daraufhin, dass auch das Einkaufsverhalten der Emder die Zukunft der Innenstadt beeinflusst.

"Schließen will ich mit den besten Wünschen für ein gesegnetes und friedvolles Jahr 2020 für Sie alle persönlich, für Ihre Familien und auch für unsere Stadt", beendete der Oberbürgermeister die Rede. Im Anschluss fand der Neujahrstalk mit EZ-Chefredakteur Stefan Bergmann statt, der Kruithoff mit einigen Fragen auf den Zahn fühlte. Unter anderem erzählte der Oberbürgermeister von der Umstellung von der Arbeit bei der Sparkasse zur Stadt oder die Entstehung seiner Neujahrsrede. Während des Gesprächs kündigte Kruithoff auch an, dass es einen Feierabendmarkt am Stadtgarten geben wird, zusätzlich zum bestehenden Markt.

Am Ende der Veranstaltung konnten die Gäste den Empfang bei Musik von der jungen Band "Max and the Goofies" ausklingen lassen. Die Gruppe hatte bereits zwischendurch für eine Auflockerung gesorgt.

Einen ausführlichen Bericht zum Neujahrsempfang lesen Sie in der Emder Zeitung vom 13. Januar sowie im ePaper für Apple und Android.

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