Emden

Neuer Vorstoß aus Holland für eine Fähre nach Emden

Arbeitsgruppe sieht darin einen Beitrag zur lokalen Wirtschaft. Unterstützung aus Emden. Von EZ-Redakteur AXEL MILKERT Tel. 0 49 21 / 89 00 410

Emden. Wird es schon bald eine feste Fährverbindung zwischen Emden und Delfzijl geben? In den Niederlanden gibt es Fachleute, die von dem Sinn einer solchen Einrichtung überzeugt sind. Die ”Commissie Veerverbinding” schreibt in einem Papier, sie sei ”davon überzeugt, dass eine solche Fährverbindung ... zu neuem wirtschaftlichen Verkehr führen kann”.

Die Untersuchung listet unter anderem auf, in welchem Rahmen Investitionen für die Infrastruktur zu leisten sind. Dafür sind 3,8 Millionen Euro veranschlagt, hinzu kommen jährlich 133 000 Euro an Instandhaltungskosten. Der Haken an der Sache: In der Kosten-Nutzen-Analyse erzielt das Projekt einen Wert von 0,53. Erst ab 1,0 aber wird es normalerweise wirtschaftlich interessant. Die Niederländer sehen das nicht als Hinderungsgrund. Sie glauben, dass eine Fähre dennoch ”einen Beitrag zur lokalen Wirtschaft liefern und möglicherweise nach einigen Jahren sogar rentabel operieren” könne. Als denkbarer Bereich für den Anleger auf deutscher Seite wird die Knock erwähnt.

Zuletzt gab es ein Arbeitstreffen am 1. Juni in der ”Strandlust” am Rysumer Nacken. Daran nahmen Vertretern der Gemeinde Delfzijl, des Unternehmenszusammenschlusses Emsdelta und von Groningen Seaports auch der Bürgermeister der Gemeinde Westerveld, Rikus Jager, sowie Vertreter der hiesigen IHK, von Behörden und Unternehmen teil. Dort wurden die Pläne vorgestellt und diskutiert, aber auch die seit Jahren immer wieder aufkommende Idee einer Brücke über den Dollart.

Die Fraktionen von SPD, CDU und FDP im Emder Rat haben als Konsequenz aus diesem Treffen einen Antrag an den Verwaltungsvorstand gerichtet, die Einrichtung einer dauerhaften Fährverbindung in der nächsten Vollversammlung des Regionalrates sowie im nächsten Wirtschaftsausschuss des Rates zu thematisieren. Der Chef von Seaports, Harm Post, solle dort die Ideen vorstellen.

In einem Papier der niederländischen Arbeitsgruppe heißt es: ”Eine einfache Fahrt von Delfzijl nach Emden mit dem Auto bringt (einschließlich Wartezeit) einen durchschnittlichen Zeitgewinn von vier Minuten und einen Kostenvorteil von sieben Euro. Jeden Tag sollen die Fähren zwischen sechs Uhr und 22 Uhr im Stundentakt hin und zurück fahren.” Vorgesehen ist eine zehnjährige Testphase.

Ein aus der Versammlung in der ”Strandlust” gebildeter deutsch-niederländischer Arbeitskreis werde sich ”weiter um die Verwirklichung kümmern”, heißt es in dem von Bernd Bornemann (SPD), Helmut Bongartz (CDU) und Erich Bolinius (FDP) gezeichneten Antrag.

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