Emden

Neuer öffentlicher Teekweg an der Knock

Deich muss beträchtlich erhöht werden. Von der Straße aus wird die Ems dann nicht mehr zu sehen sein.

Von EZ-Redakteurin

UTE LIPPERHEIDE

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Emden. Das Panorama, das sich jedem bietet, der die Jannes-Ohling-Straße Richtung Schöpfwerk an der Knock fährt, wird demnächst verschwinden. Der Deich muss erhöht werden. Danach wird das Küstenschutzbauwerk 135 Zentimeter höher liegen als die Straße.

Noch in diesem Jahr wird mit den Arbeiten auf dem 1,2 Kilometer langen Stück begonnen. Das teilten Oberdeichrichter Giesbert Wiltfang und Bernhard Janssen, zuständiger Ingenieur beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), im Emder Stadtentwicklungsausschuss mit.

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„Herr des Weges”

Die beiden stellten die zukünftigen Deichbaumaßnahmen vor. Sie schlugen der Stadt Emden vor, einen Weg auf diesem Deichabschnitt an der Knock zu bauen. Dieser würde um die 100 000 Euro kosten. Die Mitglieder des Ausschusses, wie auch Oberbürgermeister Alwin Brinkmann, nahmen davon Abstand, aus Kostengründen und weil es eine Alternative gibt. An diesem Deichabschnitt wird ein Teekabfuhrweg an der Wasserseite gebaut. Dieser wird dann von Radlern und Fußgängern zu benutzen sein.

„Naturschutzrechtliche Probleme gibt es dabei nicht. Wir bleiben Herr des Teekabfuhrweges, nicht so wie das in Petkum läuft”, sagte Wiltfang. Mit dem Vorschlag, den Rad- und Spazierweg auf den Teekweg zu verlegen, zeigten sich alle Ratsmitglieder einverstanden. „Das ist eine gute Idee, das sollten wir machen, außerdem kostet das nichts”, sagte Grünen-Ratsherr Walter Schild.

FDP-Fraktionsvorsitzender Erich Bolinius hält die Lösung auch für „hervorragend”, machte aber seine Bedenken deutlich: „Nach den Erfahrungen, die wir in Petkum gemacht haben, kommen bestimmt auch irgendwelche Vogelschützer an, die dort einen seltenen Vogel entdecken. Und dann darf das Gebiet doch nicht betreten werden.”

So etwas schloss Wiltfang aus. Und Emdens Stadtbaurat Andreas Docter machte darauf aufmerksam, dass in Petkum der Teekabfuhrweg im Naturschutzgebiet liegt, der Teekabfuhrweg an der Knock aber nicht: „Das ist ein gewaltiger Unterschied.”

Rund acht Millionen Euro wird die Erhöhung des Deiches an dieser Stelle kosten. Es werden zwei Rampen gebaut, damit der Teekabfuhrweg zu erreichen ist.

60 Millionen Euro

Damit der Teekweg auch wirklich von Fahrradfahrern und Spaziergängern genutzt werden kann, muss noch eine Frage im Bereich der Versicherungspflicht geklärt werden. „Daran wird es aber nicht scheitern”, sagte der OB.

Die Baumaßnahme an der Jannes-Ohling-Straße ist nur ein kleiner Teilbereich der gesamten Arbeiten, die für den Küstenschutz in Emden und der Krummhörn notwendig sind. Auch der Abschnitt vom Borssumer Siel bis zur Großen Seeschleuse muss dringend erhöht werden. Hier befindet sich die landesweit unsicherste Deichstelle. Dieser Deich ist jedoch noch im Besitz von Niedersachsen Ports. Die Deichacht will den Abschnitt allerdings übernehmen (die Emder Zeitung berichtete). Wiltfang: „Wir sind da auf einem guten Weg.” Im kommenden Jahr werden dort voraussichtlich die Erhöhungsarbeiten beginnen können.

Insgesamt müssen noch weite Teile zwischen dem Borssumer Außensiel und der Leybucht - diese Strecken liegen in der Verantwortlichkeit der Deichacht Krummhörn - erhöht werden. Grund hierfür sind die neuen Berechnungen der Wasserstände durch das Sperrwerk bei Gandersum, die Meeresspiegelerhöhung, Bergsenkungen durch die Gasentnahme in der Nordsee und der allgemeine Zuschlag der Deichhöhen auf Grund von Klimaerwärmungstheorien.

Eine direkte Gefahr für die Menschen hinter den Deichen bestünde zur Zeit nicht. Wiltfang: „Wir werden 60 Millionen Euro nach und nach investieren. Das Land hat zum Glück Küstenschutzmittel nicht gekürzt. Ich hoffe, das reicht dann für mehrere Jahrzehnte aus.”

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