Emden

Neubau des Gemeindezentrums beginnt

Gestern feierte die Martin-Luther-Gemeinde den ersten Rammschlag. Von EZ-Redakteurin INA WAGNER

Emden. Langsam dreht sich der Bohrpfahl in den Boden. Nahezu lautlos geht diese Arbeit voran. ”Wie Butter”, meint ein Mitglied des Kirchenvorstandes und begutachtet sachkundig die dicken Schläuche der Hydraulikvorrichtung des Krans.

Bei der Martin-Luther-Gemeinde in der Bollwerkstraße, schräg gegenüber vom großen Kinderspielplatz, beginnt ein lang gehegter Traum der Gemeinde Realität zu werden. Hier entsteht auf rund 2000 Quadratmetern ein neues Gemeindezentrum - mit einem riesigen Saal, mit Büros, mit einem Bereich für die Jugend und einer Pastorenwohnung im Obergeschoss.

Hier wird der Kirchenvorstandsvorsitzende Pastor Christoph Jebens einziehen. Und er war es gestern auch, der den Baubeginn mit freundlichen Worten einleitete. Den roten Knopf - symbolisches Zeichen für den Kran, dass er den ersten Vollverdrängungsbohrpfahl in die Erde senken kann, durften gleich zwei drücken: der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Carl Ewen, ein Mitglied der Martin-Luther-Gemeinde, und die jüngste Tochter des Kreiskantors Elmar Werner, Indra.

”Jung und alt, groß und klein - das ist doch ein gutes Zeichen”, meinte Werner nach der kurzen Zeremonie, die die Erwachsenen mit einem Schluck Sekt begrüßten.

Dem ersten ”Rammschlag” am 1. Juni folgen jetzt einige Tage, in denen die 50 Pfähle mit Rücksicht auf die umliegende Bebauung sachte in den Boden kommen. 18 Meter ist jeder von ihnen lang, und nach den Berechnungen gründen sie dann exakt in der unter Emden liegenden, tragfähigen Sandschicht. ”Wir gehen von zehn Pfählen pro Tag aus”, meinte der Bauleiter der Firma Gebr. Neumann, Andreas Klostermann. Dabei würden nicht alle Stützen senkrecht gesetzt, sondern es erfolgen auch Schrägbohrungen, um die horizontalen Lasten zu verteilen. Am 12. Juni soll dann der Grundstein gelegt werden, bevor die etwa fünfmonatigen Arbeiten am Rohbau beginnen. Die Diplom-Ingenieure der zwei beteiligten Planungsbüros Kristina Koenen, Jens Kistner, Ralph Gerdes und Frauke Kaiser sehen auch kaum Schwierigkeiten, die Vorgaben einzuhalten. Probleme gab es eher im Vorfeld, als wegen der Feststellung von Anomalien im Boden der Kampfmittelräumdienst nach Emden kommen musste. Die Suche blieb zwar ergebnislos, aber die ganze Sache habe eben Zeit gekostet, sagt Christoph Jebens, der erwartet, dass er selber Anfang 2012 umziehen wird.

Während der Bauzeit muss nun auch endgültig das große, kircheneigene Grundstück in der Graf-Edzard-Straße verkauft werden. Zum Finanzierungsplan für das Gemeindezentrum gehört auch der Verkauf des Pastorenhauses in Wolthusen sowie des Hauses, in dem Superintendent Dr. Friedhelm Voges wohnt. ”Wir investieren alles, was wir besitzen in den Bau des Gemeindezentrums”, betont Jebens. Das beunruhige ihn allerdings überhaupt nicht. ”Mit leichtem Gepäck reist es sich leichter.”

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