Emden

Mit Investitionen gegen die Konkurrenz aus Asien

Die Meyer-Werft in Papenburg geht von einer Verschärfung des Wettbewerbs aus.

Papenburg. Im Kampf gegen die harte Konkurrenz aus Asien setzt die Papenburger Meyer-Werft auf Investitionen. „Wir investieren massiv in Anlagen, Maschinen und Hallen”, sagte Werftsprecher Peter Hackmann gestern.

Ein Beispiel dafür sei die 100 Millionen Euro teure Verlängerung der zweiten Baudockhalle, die bis Ende des Jahres fertig werden soll. Die Grundsteinlegung war im Januar im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) erfolgt.

Auch die Qualifikation und Weiterbildung von Mitarbeitern würden verstärkt. Insgesamt werden derzeit 270 Lehrlinge auf der Werft ausgebildet. „Besonders positiv haben sich die Kooperationen mit den Hochschulen in der Region entwickelt”, erklärte Hackmann.

Das Schiffbau-Unternehmen geht davon aus, dass der Wettbewerb mit der billigeren Konkurrenz aus Asien noch erheblich härter wird. „Werften aus Asien werden versuchen, uns Marktanteile bei den Kreuzfahrtschiffen abzunehmen”, erklärte Hackmann. „Deshalb wollen wir immer einen Schritt vorne weg sein.” Die Meyer-Werft überzeuge ihre Kunden mit Innovationen und hoher Qualität. Zugleich trügen neue Anlagen und strategische Partner unter den Lieferanten dazu bei, effektiver und somit auch kostengünstiger zu arbeiten.

Zu schaffen machen dem Papenburger Familienunternehmen die steigenden Energiekosten sowie die hohen Rohstoffpreise für Stahl und Kupfer. „Wir haben vielfältige Preissteigerungen, die wir nicht einfach an die Kunden weitergeben können”, erklärte Hackmann. Schließlich seien viele Verträge schon Jahre zuvor abgeschlossen worden. Manchmal sei es nur möglich, gerade einmal kostendeckend zu arbeiten. Werften beklagen allgemein die enorm gestiegenen Preise für Stahl, aber auch für Maschinen und Kupfer. Letzteres ist gerade für Werften, die Kreuzfahrtschiffe bauen, von großer Bedeutung. Kupfer wird für Elektrokabel benötigt. Auf den Meyer-Luxuslinern werden mehr als 2000 Kilometer Kabel verlegt.

Die Meyer-Werft blickt gleichwohl zuversichtlich in die Zukunft. Die Werft sei bis Ende 2012 ausgelastet, erklärte Hackmann. Der Standort Papenburg stehe dabei überhaupt nicht zur Debatte. Es werde auch keine Teilverlagerung geben, wie dies vor allem von Naturschutzverbänden in der Vergangenheit immer wieder gefordert wurde. Derzeit baut die Meyer-Werft die „AIDAluna”, die im kommenden Frühjahr in Emden endausgerüstet wird, und die „Celebrity Solstice”. Das größte Kreuzfahrtschiff, das je in Deutschland gefertigt wurde, hat eine Länge von mehr als 315 Metern und eine Breite von fast 37 Metern. Die Werft will künftig zwei bis drei Luxusliner pro Jahr bauen.

Das hat allerdings dazu geführt, dass die Rahmenbedingungen geändert werden sollen. Auf Betreiben des Landkreises Emsland geht es darum, künftig das Anstauen der Ems flexibler zu gestalten. Konkret: Der Fluss soll in Zukunft mit Hilfe des Sperrwerks auch im Sommer auf 2,70 Meter über Normalnull angestaut werden dürfen. Bislang ist das - unter Einhaltung festgelegter Sauerstoffwerte - nur im Winterhalbjahr erlaubt.

2007 betrug der Umsatz der 2500 Mitarbeiter zählenden Werft etwa 800 Millionen Euro. Beim Bau der Kreuzfahrtschiffe sind 1800 Lieferanten im Jahr beteiligt.

dpa/axl

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