Emden

„Lüttje Knippke” soll Soziales Kaufhaus für alle werden

Caritas und städtische Gesellschaft wollen mit ihrem gemeinsamen Vorhaben sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose schaffen.

Von EZ-Redakteurin

UTE LIPPERHEIDE

Tel. 89 00 58

Emden. Kleidung, Hausrat und Bücher aus zweiter Hand werden demnächst in der Emder Innenstadt angeboten. Im ehemaligen Herrenmodegeschäft Rump in der Brückstraße eröffnen die städtische Arbeitsförderungsgesellschaft (AAFÖG) und die Caritas voraussichtlich noch im September ein soziales Kaufhaus mit dem Namen „Lüttje Knippke” („Kleiner Geldbeutel”).

„Uns geht es darum, vor allem Frauen, die lange Zeit arbeitslos waren, eine Chance für einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu geben”, sagte die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei der Stadt Emden, Doris Tempel, auf Anfrage der Emder Zeitung. Das Kaufhaus wendet sich an alle Konsumenten, nicht nur an Kunden mit geringem Einkommen.

„Unser Bestreben ist es, ein ganz normales Ladenlokal aufzubauen, in dem jeder in einer angenehmen Atmosphäre einkaufen kann”, sagte Norbert Haarmeyer, Geschäftsführer des Caritasverbandes Ostfriesland. Er wird die Geschäftsführung dieser Einrichtung übernehmen. Die Stadt will die Einrichtung mit einer Anschubfinanzierung von 12 000 Euro fördern. Der Rat muss darüber jedoch noch entscheiden. Ziel ist es, dass die Einrichtung sich selber trägt. „In anderen sozialen Kaufhäusern der Caritas in der Diözese Osnabrück ist es meistens schon gelungen, nach sechs Monaten schwarze Zahlen zu schreiben”, sagte Haarmeyer. In Bersenbrück, in Leer und in Melle betreibt die Caritas einen solchen Laden.

In der Brückstraße wird seit einigen Tagen schon eingerichtet. 450 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen dort zur Verfügung. Die Waren - es handelt sich um Spenden - werden von AAFÖG-Personal sortiert, teilweise aufbereitet und dann für den Verkauf fertig gemacht. Haarmeyer: „Es wird alles so aussehen, wie in einem ganz normalen Geschäft, nur die Waren sind aus zweiter Hand und werden zu einem quasi symbolischen Betrag verkauft.”

Mit den Einrichtungen in Emden, die bereits Kleiderkammern vorhalten und Waren mit sozialem Zweck verkaufen, sei zuvor geredet worden. Doris Tempel: „Wir haben Unterstützung von allen erfahren. Jedem wurde angeboten, sich einzubinden.” Dies wurde nicht abgelehnt, die anderen Verbände wollen aber zunächst abwarten.

Seit Monaten planen AAFÖG und Caritas ein solches Kaufhaus. Zahlreiche Immobilien sind in Augenschein genommen worden. Doris Tempel: „Der ehemalige Laden von Rump schien uns sehr geeignet und deshalb wurde er auch angemietet.” Der plattdeutsche Name soll Kunden anlocken, Einheimische, aber auch Touristen. Doris Tempel: „Wer kein Plattdeutsch kann, der wird sicherlich neugierig sein und dort einmal reinschauen.”

Lebensmittel sollen im „Lüttje Knippke” nicht verkauft werden. Die Emder Tafel, bei der Menschen mit geringem Einkommen sich einmal pro Woche mit Lebensmitteln eindecken können, bleibt bestehen. Sie wird ebenfalls von der Caritas betrieben, wendet sich aber ausschließlich an Menschen, die wenig Geld haben und dies auch nachweisen müssen, um eine Einkaufsberechtigung dort zu bekommen.

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