Emden

Kein Geld für die Sanierung des Friedhofs Nesserland

Entwurf der Grünen wurde gelobt. Eine Umsetzung ist aber nicht geplant.

Von EZ-Redakteurin

UTE LIPPERHEIDE

Tel. 89 00 58

Emden. Der alte Friedhof Nesserland wird vorerst nicht umgestaltet und das Gelände auch nicht zugänglicher gemacht. „Wir haben 10 000 Euro zur Verfügung. Damit kann man keinen der Entwürfe umsetzen”, sagte Stadtbaurat Andreas Docter im Kulturausschuss. Dort wurde der Entwurf der Grünen, die das Gelände bei der Schule Nesserland mit Wegen und mit einer Hinweistafel sowie Bänken versehen wollen (die Emder Zeitung berichtete), diskutiert.

Lob gab es für diesen Vorschlag nicht nur vom Stadtbaurat, sondern auch von den Vertretern der Ratsfraktionen. Alle sind der Ansicht, dass die Fläche verändert werden muss. Doch von einem „Kahlschlag” hält Grünen-Ratsherr Walter Schild nichts. „Bevor alles abgeholzt wird und die Planierraupe kommt, sollte man es lieber so lassen”, sagte er nach der Sitzung. Eine grüne verwilderte Fläche sei immer noch besser als ein abgeholzter Erdhügel.

Trotzdem sei es angebracht, diesen Ort, der kulturhistorisch bedeutend ist und an dem es auch um die Wahrung der Totenruhe gehe, in einen passablen Zustand zu bringen. Seitdem der Bürgerverein Transvaal die rund 3300 Quadratmeter große Fläche nicht mehr pflegt, vermüllt der ehemalige Friedhof. In den 80er Jahren hatte der Bürgerverein das Gelände hergerichtet und immer wieder aufgeräumt. Doch der Aufwand überstieg bei weitem die Kräfte des Vereins.

Im Januar 2008 stellte der Landschaftsarchitekt Norbert Seidel aus Oldenburg ein Konzept vor, bei dem die Fläche für rund 45 000 Euro hergerichtet werden könnte. Der jährliche Pflegeaufwand wurde auf 2000 Euro beziffert. Die Stadt wollte Fördergelder einwerben, doch es gab kein entsprechendes Programm, teilte Docter jetzt mit.

Der Entwurf der Grünen - er basiert vor allem auf den Ideen Schilds - soll günstiger umzusetzen sein. Docter: „Ich bin mir da gar nicht sicher.” Auch der jährliche Kostenaufwand würde sich nicht verringern.

„Ich bin froh, dass wir jetzt über das Thema diskutieren, schon vor Monaten hatte ich darauf hingewiesen”, sagte FDP-Ratsfrau Hillgriet Eilers. Aber weder die FDP noch eine andere Fraktion im Emder Rat haben bei den kürzlich geführten Haushaltsberatungen einen Betrag für die Gestaltung des Friedhofs bereitgestellt. Es bleibt also weiterhin offen, ob und was sich auf dem Gelände - die letzten Grabsteine wurden vor neun Jahren abgeräumt und dem Landesmuseum übergeben - geschieht.

Nesserland war einmal eine Halbinsel des Rheiderlands, dann eine Insel und später ein Teil von Emden. Seit der Cosmas- und Damian-Flut 1509 hat sich die Lage Nesserlands immer wieder verändert. An diesem Stück Land könne sehr gut gezeigt werden, so Seidel vor gut einem Jahr, wie Sturmfluten, Versandungen und Eindeichungen eine Gegend verändern.

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