Emden

Gutachter: Verlegung der Ringstraße bringt Vorteile

Experte legte Entwürfe im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vor.

Von EZ-Redakteurin

UTE LIPPERHEIDE

Tel. 89 00 58

Emden. Weniger Wartezeit für alle an den Ampeln, ein besserer Verkehrsfluss und eine erheblich bessere Zuwegung zum Parkhaus: eine Verlegung der Ringstraße bringt aus Sicht des Verkehrsgutachters Jörn Janssen vom Büro Schnüll, Haller und Partner aus Hannover nur Vorteile.

Der Rat der Stadt Emden hatte dieses Gutachten forciert. Seit dem Bau des Parkhauses mit dem Kino 2002 wurde über eine Verlegung der Ringstraße diskutiert. Die Grünen hatten diesen Vorschlag unter anderem im März 2003 in den Rat eingebracht. Damals hieß es von Seiten der Stadt, eine sogenannte Verschwenkung der Ringstraße am Parkhaus vorbei sei nicht möglich. Das würde unter anderem zu viel Lärm für die Anwohner bedeuten.

Auch der Gutachter untersuchte die Lärmbelastung. Die Anwohner der nördlichen Ringstraße würden sogar weniger Lärm zu ertragen haben als zur Zeit, weil in seinem Vorschlag die Ringstraße ab der Zufahrt zum Parkhaus und Kino als Sackgasse eingerichtet würde. Lediglich das Eckhaus, in dem heute die Drobs ihren Sitz hat und wo früher das städtische Veterinäramt saß, würde einer kritischen Lärmbelastung ausgesetzt. Dies ist jedoch weniger von Belang, da es sich nicht mehr um ein Wohnhaus handelt.

Der Experte zeigte zwei Varianten auf: Bei beiden wird die Zufahrt von der Ringstraße in die Straße am Agterum gesperrt. Ob diese Kreuzung weiterhin für Fußgänger und Radfahrer von der Ringstraße hin zur weißen Wallbrücke geöffnet bleibt, müsse der Rat entscheiden. „Verkehrstechnisch macht das keinen Unterschied, die Ampel könnte mit den anderen geschaltet werden. Auch die Wartezeiten würden sich dann nicht verlängern”, sagte Jörn Janssen.

Bei einer Verlegung der Ringstraße könnte der stillgelegte Teil der Ringstraße fußgängerfreundlich umgestaltet werden. Janssen zeigte auch eine Variante auf, bei der die Zufahrt zum Bahnhof aus Richtung Große Straße gesperrt wird. Dies fand nicht den Zuspruch der Fraktionen, weil diese unter anderem zwei Zufahrten zum Bahnhof erhalten wollen. Die Parkplätze für die Kunsthalle, direkt vor dem Parkhaus, könnten ins Parkhaus verlegt werden. Es bestehe aber die Möglichkeit, so der Experte, ein paar Parkplätze vor dem Parkhaus zu erhalten.

Die Ratsfraktionen fanden das Gutachten sehr schlüssig und bemerkenswert. Sie erwarten von einer Verlegung der Straße mehr Zulauf für das Parkhaus. Die nicht gerade hohe Auslastung liegt nach Ansicht des Gutachters „unter anderem an der nicht optimalen Ausschilderung”. Daran ändere auch das neue Parkleitsystem nichts.

Die Kosten für eine Verlegung werden auf mindestens 300 000 Euro geschätzt. „Da muss der Rat jetzt wissen, ob man dafür Geld ausgeben kann”, sagte Stadtbaurat Andreas Docter.

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