Emden

Fremdenverkehrsverein in Hinte schnallt Gürtel enger

Erneut schlechtes Veranstaltungsjahr. Immer öfter müssen Rücklagen angegriffen werden. Von EZ-Redakteur GÜNTHER GERHARD MEYER Tel. 0 49 21 / 89 00 418

Hinte. Der Fremdenverkehrsverein (FVV) Hinte muss den Gürtel enger schnallen, um die Rücklagen zu schonen. 2011 will der Verein, dem 104 Mitglieder angehören, die Werbekosten drastisch senken. Diese betreffen vor allem die Anzeigenwerbung, aber auch den Druck von Flyern und Werbeblättern. Um dem Vorstand den Rücken zu stärken, stimmten die Mitglieder in er Jahreshauptversammlung darüber ab, dass sie den ”Wirtschaftsplan zustimmend zur Kenntnis genommen” haben.

Der Vorstand war 2010 vom Pech verfolgt: Schlechte Witterung und harte Konkurrenz in den Nachbarkommunen brachten nicht die erhofften Gewinne. Aber auch sonst ist immer wieder der Griff in die Rücklagen nötig, um Kosten zu boxen, im Schnitt werden rund 3500 Euro im Jahr entnommen, musste FVV-Vorsitzender Alex de Buur während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend einräumen, nachdem er den Mitgliedern seinen Bericht für ein nicht nach Wunsch verlaufende Jahr 2010 vorlegte. Rund 13 000 Euro liegen auf der hohen Kante.

Viele Events fielen aus: Ein Chorfest wurde abgesagt, der traditionelle Heimatabend fand wegen mangelnden Interesses gar nicht erst statt, der Trödelmarkt, der wenigstens keine Kosten verursache, litt unter dem Emder Delftfest und der Weihnachtsmarkt war am Sonnabend ebenfalls ein Reinfall, der Vorstand verkaufte knapp 65 von 200 Würstchen. ###STOP###

Weniger Trauungen

In der Mühle ging die Zahl der Trauungen von 78 auf 58 zurück. Drei Gemäldeausstellungen waren zwar gut besucht, doch der Publikumsstrom versiegte auch hier gegen Ende der Saison. Beim Burggottesdienst regnete es ebenfalls.

Die schlechte Witterung und harte benachbarte Veranstaltungskonkurrenz bekam vor allem die Teestube zu spüren, die weniger Einnahmen verzeichnete. Obwohl auch der Mühlentag an Pfingsten unter der Kälte litt, sei hier wenigstens die Teestube gut besucht gewesen, führte de Buur aus.

Vorsitzender FVV-Mitglied Dieter Harberts, selbst lange Jahre Vorsitzender im Verein, mahnte zur Umsicht. ”Man muss auch mal Veranstaltungen streichen. Je mehr es gibt, umso gesättigter sind die Leute.” Für bislang kostenlose Angebote, wie dem Frühstücksbesuch der Kindergärten in der Mühle, müsse vielleicht Geld verlangt werden.

Einwänden von de Buur, dass 2010 kaum ein Veranstalter gegen das schlechtes Wetter eine Chance hatte, hielt Harberts entgegen, dass man über neue Formen an Veranstaltungen nachdenken müsse. Diese könnten witterungsunabhängig in der Mühle und der Teestube stattfinden. ”Mit Glühwein und Würstchen holt man keine Leute mehr zum Weihnachtsmarkt”, sagte Harberts, der seinen Anmerkungen nicht als Kritik, sondern als Anregung verstanden wissen wollte. Harberts regte auch an, das Internet noch stärker als Werbeträger zu nutzen, über das schon jetzt viele Anfragen an den FVV gerichtet werden, wie Alex de Buur berichtete.

Die Behauptung von Harberts, dass während seiner Zeit als Vorsitzender die Rücklagen - damals noch zu D-Mark-Zeiten - nicht hätten angegriffen werden müssen, ging de Buur jedoch zu weit. Er stellte fest, dass es inzwischen keine Finanzspritzen mehr von der Gemeinde gebe - außer der Erstattung der Energiekosten.

Kasse stimmt

Insgesamt gab es an der Kassenführung von Rita Fokken keine Beanstandung, machte Prüfer Giesbert Schoneboom deutlich. ”Die Lage ist aber nicht glorreich. Dass bei Bedarf Geld aus Rücklagen entnommen wird, geht nicht. Da muss was passieren.”

Ein Problem für den FVV sei es, dass Vermieter zwar von der Werbung profitieren, aber nicht Mitglied im Gewerbeverein sein wollen, erklärte de Buur. Vor allem wegen der Erhebung von neuen Abgaben für Ferienwohnungen seien Vermieter ausgetreten. Bei Nachfragen bekäme er die Antwort, dass diese angeblich schon in Emden oder Krummhörn organisiert seien.

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