Emden

„Es muss jetzt einfach etwas passieren”

Anwohner der Petkumer Straße fordern die Sanierung ihrer Straße.

Von MARTEN KLOSE

Emden. Die Anwohner der Petkumer Straße in Friesland erwägen eine Sammelklage gegen die Stadt Emden, falls ihre Straße nicht bald saniert wird. Außerdem sollen Feinstaub-, Lärm- und Erschütterungsmessungen durchgeführt und darüber informiert werden, wie weit die Planungen für den Bau einer Umgehungsstraße vorangeschritten sind (wir berichteten). Das forderten gestern stellvertretend für die Anwohner Wilfried Hagemann, Dieter Kruse und Freddy Narewski in einem Gespräch mit der Emder Zeitung.

Die Anwohner haben Anfang Juni eine Unterschriftenliste mit den Namen von rund 50 Unterzeichnern an Oberbürgermeister Alwin Brinkmann und die Emder Ratsfraktionen geschickt. „Die müssen sich kümmern. Es muss jetzt einfach etwas passieren”, sagte Dieter Kruse. Die Friesländer seien nämlich nicht mehr länger bereit, die Lärmbelästigung in ihrer Straße zu dulden. Das Problem bestehe zwar schon seit Jahren, doch jetzt „sei das Maß endgültig voll.”

Tag und Nacht würden Lastkraftwagen über die marode Petkumer Straße fahren und den Anwohnern den Schlaf rauben. Darüber hinaus sorgen sie sich um die Substanz ihrer rund hundert Jahre alten Häuser. „Fast jedes der Häuser hat Risse im Mauerwerk, weil die ganze Straße unter den Lastern vibriert.”

Das Problem sei nur zu lösen, wenn so schnell wie möglich die Asphaltdecke erneuert werde, wie Freddy Narewski betonte. Mit dem versprochenen Bau der Umgehungstrasse von der Bundesstraße 210 zur Petkumer Straße sei in den nächsten Jahren nämlich nicht zu rechnen. „Es steht ja wohl in den Sternen, wann dort mal endlich etwas passiert.” Der Bau der Umgehung wird seit Jahren immer wieder nach hinten verschoben, weil die Finanzierungsfrage ungewiss ist.

Wenn schon nicht bald die Umgehung gebaut werde, müsse doch zumindest die Petkumer Straße erneuert werden, fordern die Anlieger. Stadtkämmerer Martin Lutz habe allerdings gesagt, dass eine Reparatur nicht möglich sei, weil der Lkw-Verkehr nicht umgeleitet werden könne. Für Dieter Kruse ist das eine fadenscheinige Ausrede: „Wir haben hier doch mit der Busspur drei Fahrbahnen. Da muss die Straße doch halbseitig zu sperren sein.”

An der Finanzierung dürfe es jedenfalls nicht scheitern: Kruse schlägt vor, die Stadt solle unter anderem auch Druck auf Firmen machen, deren Schwertransporte die Trasse ständig befahren: „Die machen gute Geschäfte und wir gucken in die Röhre.” Deshalb müssten sie sich auch an den Kosten beteiligen.

Und die Blitz-Automaten, die die Stadt als Zugeständnis an die Anwohner aufgestellt habe, hätten nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Selbst wenn die schweren Sattelschlepper langsam durch die Straße fahren, würden in den Häusern die Fenster wackeln.

Von halben Lösungen haben die Anwohner jetzt zumindest die Nase voll: „Wenn wir jetzt schon wieder hingehalten werden, könnten wir uns auch einen Anwalt nehmen”, so Kruse. Auch eine spontane Blockade der Fahrbahn wolle man nicht ausschließen.

Hilfe

Unterstützung bekommen die Friesländer indes von der Emder CDU-Ratsfraktion. Fraktionsvorsitzender Helmut Bongartz habe „großes Verständnis” für die Sorgen der Anlieger. „Die Friesländer haben Anspruch auf eine neue Straße”, so der Politiker. Er hofft, dass Gelder aus dem Konjunkturpaket II für die Straßenreparatur bereitgestellt werden. Deshalb müsse jetzt schnellstens ermittelt werden, was eine Sanierung kostet. Es gelte nun, Prioritäten zu setzen: „Eine völlig intakte Straße in Conrebbersweg wird verkehrsberuhigt, aber die Friesländer müssen täglich den Lärm ertragen. Da stimmt doch was nicht.”

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Erich Bolinius hat sich schon mit einem Schreiben an die Stadt in die Angelegenheit eingeschaltet. Die Anwohner hoffen jetzt, noch weitere Fürsprecher zu finden. „Eigentlich sind wir arme Säcke, die keine Lobby haben”, so Kruse.

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