Emden

Emder Feuerwehr will kein Haus kontrolliert abbrennen lassen

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Emden.

Von EZ-Redakteur

JENS VOITEL

Tel. 0 49 21 / 89 00 412

Emden. Die Emder Feuerwehr wird auch in Zukunft in Brand geratene Häuser mit Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach nicht einfach abbrennen lassen. Das sagte am Sonnabend der Chef der Emder Hauptberuflichen Wachbereitschaft und der Freiwilligen Feuerwehr Emden, Stadtbrandmeister Bernd Lenz, auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr.

Lenz reagierte damit noch einmal auf den Brand eines Wohnhauses in Schweringsdorf. Dort war zumindest der Eindruck entstanden, die Feuerwehr hätte ihre Einsatzkräfte zum Schutz vor den elektrischen Leitungen einer Fotovoltaik-Anlage zurückgezogen. ###stop###Dies hatte bundesweit für Diskussionen über die Sicherheit von Fotovoltaik-Anlagen geführt (die Emder Zeitung berichtete).###STOP###

„Wir lassen kein Haus kontrolliert abbrennen”, sagte Lenz vor rund 100 Einsatzkräften, Mitgliedern der Altersfeuerwehren und Gästen aus der Emder Politik im „Lindenhof”.

Die Feuerwehrkräfte müssten bei Fotovoltaik-Anlagen zwar „einige Dinge beachten” und auch spezielle Sicherheitsabstände einhalten. Einen generellen Rückzug der Feuerwehr werde es aber nicht geben. Auch Regierungsbrandmeister Arnold Ayhusen wehrte sich vehement gegen den entstandenen Eindruck, die Feuerwehr habe in Schweringsdorf die Löscharbeiten wegen der Gefahr von Stromschlägen bewusst eingestellt.

In seinem Jahresbericht hatte Lenz für das vergangene Jahr insgesamt 1810 Einsätze der Emder Feuerwehr verzeichnet, davon waren 1605 sogenannte technische Hilfeleistungen. In 124 Fällen war ein Fehlalarm Grund für das Ausrücken der Feuerwehr. „Wir hatten im vergangenen Jahr 'nur' 81 Brände, was eigentlich verhältnismäßig wenig ist”, sagte Lenz. In anderen Jahren habe die Emder Feuerwehr deutlich mehr Brände löschen müssen.

Zu den schweren Einsätzen zählte der Stadtbrandmeister einen Verkehrsunfall auf der A 31, bei dem im Juni ein jungen Mann ums Leben gekommen war, und der Arbeitsunfall auf einem Ponton in der Ems, bei dem im Juli ein Kranführer von seinem Arbeitsgerät erschlagen worden war. Ohne Schaden an Leib und leben blieb dagegen der Unfall eines Learjets auf dem Emder Flugplatz. „Das war dann für uns eher eine technische Herausforderung”, so der Stadtbrandmeister weiter.

In seinem Bericht appellierte Lenz an die Verwaltung und an den Emder Rat, die Unterstützung der Feuerwehr auch in Zukunft auf dem derzeitigen Niveau zu halten. „Jede Einsparung geht zulasten der Motivation.” Der Feuerwehr-Chef bat die Verantwortlichen von Verwaltung und Politik darum, die positiven Rahmenbedingungen in Emden zu bewahren.

In seiner Rede an die Feuerwehr lobte Oberbürgermeister Alwin Brinkmann das große Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte. Er sicherte sowohl der Hauptberuflichen Wachbereitschaft als auch den sieben Ortsfeuerwehren weiterhin die Unterstützung der Politik zu. Der Rat habe in den vergangenen Jahren auch in finanziell schwierigen Zeiten bewiesen, dass er hinter der Feuerwehr stehe.

Lenz und Brinkmann gingen auch auf die demografische Entwicklung ein und kündigten an, dieses Thema ganz genau zu beobachten. Noch habe die Emder Feuerwehr mit ihren derzeit 265 aktiven Mitgliedern und vier Jugendfeuerwehren mit 88 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 und 17 Jahren keine Nachwuchssorgen. „Ich werde sofort Alarm schlagen, wenn es anders zu werden droht”, so Lenz.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
ALLE INFOS ZUR WAHL
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN

DER EZ-PODCAST

Aktuelles und Hintergründiges aus Emden und umzu.