Emden

Einmal Eiffelturm - und zurück

Ehepaar Kromminga fuhr 1000 Kilometer von Frankreich nach Ostfriesland. Von EZ-Redakteur GÜNTHER GERHARD MEYER Tel. 0 49 21 / 89 00 418

Suurhusen. Eine Tour von Paris nach Leer haben Gebhard (66) und Ida Kromminga (65) aus Suurhusen Anfang Mai mit dem Fahrrad zurückgelegt. Tausend Kilometer legten beide in acht Tagen zurück. Sie waren am 3. Mai in Emden in den Nachtzug in die französische Hauptstadt gestiegen, berichtet Gebhard Kromminga über die Anreise auf der Schiene. Morgens kam beide dort an, suchten das gebuchte Hotel auf - und später ging es mit dem Rad durch Paris. ”Das war schon eine besondere Erfahrung”, sagte Kromminga. ”Da fahren keine Fahrräder, es gibt keine so strengen Verkehrsregeln - aber jeder nimmt Rücksicht und keiner hupt Radfahrer an.”

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Erst jetzt werde auch in Frankreich mit dem Bau von Radwegen begonnen, erfuhr das Ehepaar, das nach Paris die Küste der Normandie ansteuerte. ”Da hatten wir gewaltige Steigungen.”

Wie berichtet, hatten die beiden bereits in den Vorjahren europaweite Touren unternommen, darunter Suurhusen-Danzig, Riga-Suurhusen, Passau-Budapest oder Kleipede-Kaleningrad- Swinemünde. Am 5. Mai startete das Ehepaar mit dem Fahrrad in Paris, die Tour führte entlang der Küste durch Belgien und anschließend quer durch die Niederlande. Kurz vor Winschoten bogen die Radler Richtung Leer ab, weil sie abends in Ditzum die Fähre nicht mehr erreichen konnten.

Mit im Gepäck haben die Krommingas bei ihren Touren einen Navi, um aus den Großstädten wieder herauszufinden, erklärte Kromminga. ”Wir können ja wegen der Verständigungsprobleme niemanden fragen.”

Das klappte auch jetzt in den drei Ländern sehr gut, in denen sie 120 Kilometer am Tag bei schönstem Sonnenschein zurücklegten. ”Aber irgendwie findet man auch immer einen Deutschsprecher”, sagte Kromminga. Die Verständigung erfolge ansonsten mit Hilfe eines ”OhneWorteWörterbuches”, indem man nur auf Dinge im Buch zeigen muss, um sich mitzuteilen.

Neben der Reiselust wollen die Suurhuser etwas für ihre Gesundheit tun, denn Ida Kromminga hat seit einigen Jahren ein künstliches Hüftgelenk. Der Suurhuser, der beruflich als Technischer Aufsichtsbeamter bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft tätig war, schätzt die Anstrengung. ”Wieder zu Hause, fühlt man sich gut.”

Viel Gepäck nimmt das Ehepaar nicht mit, denn Platz gibt es am Fahrrad kaum. ”Eine Unterhose für jeden Tag, ein Unterhemd jeden zweiten Tag, ein Oberhemd jeden dritten Tag und eine Hose pro Woche.” Mehr sei neben Getränken nicht drin.

Die Reiseroute wird meist entlang der Küsten gewählt, weil es dort viele Imbissbuden und Unterkünfte gibt - und Steigungen nicht so steil sind. Übernachtet wird in Pensionen für Tagesgäste. ”Wir schauen mittags in die Reiseführer, um abends eine Bleibe zu haben. Das macht den Reiz aus.”

Gravierend, so erklärte Kromminga, sei der unterschiedliche Zustand der Straßen. ”Man merkt sofort, wenn man über die Grenze kommt. Bei uns wird viel geflickt, da wippt alles. In Belgien und den Niederlanden liegt man auf der Straße wie ein Brett.”

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