Emden

„Ein schönes Schiff, und es hat auch die richtige Größe”

Fährverbindung zwischen Ditzum, Emden und Delfzijl wurde gestern eröffnet

Ditzum. Vor der maritimen Kulisse des Ditzumer Hafens hat Leers Landrat Bernhard Bramlage am Sonnabend die Dollard Route auf dem Wasserweg offiziell wieder eröffnet. Zugleich erhielt die Fähre ihren Namen: „Dollard”.

„Ein schönes Schiff, und es hat auch die richtige Größe”, zeigte sich Bramlage sichtlich zufrieden, als die „Dollard” im Hafen anlegte. Die Emder Shanty Gruppe sorgte für die passende musikalische Begleitung. „Wir sind alle überzeugt, dass die Internationale Dollard Route ein gutes Projekt ist. Das prägt auch die Zusammenarbeit.” Bramlage ist zugleich Vorsitzender des Vereins Internationale Dollardroute.

Seit 2009 und noch bis 2013 fördert die Europäische Union das Projekt mit rund 400 000 Euro, rund 360 000 Euro bringen die Mitgliedskommunen der Route in diesem Zeitraum auf. Der Hauptanteil liegt bei den drei Häfen, die an der Fährverbindung liegen: Emden, Jemgum, Delfzijl. Dazu kommt der Landkreis Leer.

1996 startete die Route als grenzüberschreitendes Pilotprojekt, bis 2008 gab es auch noch eine Fährverbindung mit der „Twee Gebroeders”. Die Verbindung wurde dann eingestellt, das Schiff verkauft.

Der neue Name ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, bei dem 130 Vorschläge eingingen. Dieter Hommers aus Pogum war einer der beiden Teilnehmer, die den Namen „Dollard” vorgeschlagen haben. . Zusammen mit Mina Briese von der Briese Schiffahrts GmbH, die die „Dollard” bereedert, Landrat Bernhard Bramlage und Dieter Schröer als Vertreter des Vereins Internationale Dollard Route enthüllte Hommers das Namensschild. Einen offiziellen Taufakt gab es nicht.

Hinter der „Dollard” liegt eine bewegte Geschichte. Unter wechselndem Namen war sie in den vergangenen vier Jahrzehnten in der Nordsee im Einsatz.

Gebaut wurde die Fähre 1972 auf der Werft Lübbe Voss in Westerende-Kirchloog. Sängerin Lale Andersen taufte das Schiff im August des Jahres auf den Namen „Lili Marleen”. Nur wenige Tage später starb Andersen an den Folgen einer Krebserkrankung in Wien.

Als „Lili Marleen” pendelte die Fähre in den 1970er Jahren zwischen dem Festland und Langeoog - dort wo Lale Andersen ihre letzte Ruhe fand. Später wurde das Schiff für Butterfahrten ab Cuxhaven eingesetzt. Zuletzt war es als „Seehund II” in Schleswig-Holstein im Einsatz.

Die Reederei Briese erwarb das Schiff und ließ es überholen. Es ist 24,70 Meter lang, 4,80 Meter breit und hat einen Tiefgang von 83 Zentimetern. 90 Passagiere haben Platz, bis zu 50 Fahrräder können mitgenommen werden.

Die Fähre verfügt über zwei Deutz-Motoren mit einer Leistung von jeweils 136 PS. Zwei Kapitäne aus Rhauderfehn sind wechselweise an Bord: Rudolf Pommer und Bruno Pothast.

E Die Fähre pendelt ab sofort bis zum 30. September jeweils am Mittwoch, Freitag und Sonnabend mehrfach zwischen 8 und 18.45 Uhr zwischen Ditzum, Emden und Delfzijl. Die Fahrpreise für eine einfache Fahrt variieren je nach Strecke zwischen sechs und zehn Euro. Die Hin- und Rückfahrt zwischen?Ditzum und Delfzijl kostet maximal 14 Euro.

E www.dollard-route.de

kah / hoe

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