Emden

Ehemaliges EZ-Haus wird in Kürze abgerissen

Archäologie der Ostfriesischen Landschaft sucht nach Spuren früher Besiedlung.

Von EZ-Redakteurin

INA WAGNER

Tel. 0 49 21 / 89 00 411

Emden. Das ehemalige Haus der Emder Zeitung Zwischen beiden Märkten soll bereits in den nächsten Tagen abgerissen werden, um Platz für einen groß angelegten Neubau zu schaffen, der dann bis an den Katergang heranreichen wird. Das erklärte der Architekt des Bauherrn Edzard Gerhard, Diplom-Ingenieur Werner Geiken, gestern auf Anfrage.

Doch bevor die Arbeiten beginnen, wird im Bereich des Parkplatzes am Katergang mittels Drucksondierung geprüft, ob der Untergrund die nötige Tragfähigkeit für das Bauprojekt besitzt. In dem betreffenden Bereich lag früher hinter einer hohen Mauer der Garten der Verlegerfamilie Gerhard.

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Rote Glasur

Parallel zu den Untersuchungen auf dem Parkplatz war gestern auch der Archäologische Dienst der Ostfriesischen Landschaft vor Ort, um im Rahmen einer Bohrung nach Siedlungshorizonten zu suchen. Die Frage dabei: Haben sich im Untergrund Schichten menschlicher Besiedlung erhalten, die aus archäologischer Sicht von Interesse sind?

Bis in eine Tiefe von acht Metern zeigte sich kein „Grund”, kein gewachsener Boden. Der Inhalt der Bohrung wurde in spezielle Röhren verpackt und zur Untersuchung mitgenommen. Mehr oder weniger zufällig fand Grabungstechniker Walter Schwarze aber in 6,55 Metern Tiefe doch noch eine Keramikscherbe mit roter Glasur. „Ein glücklicher Zufallsfund,” kommentierte Schwarze angesichts des nur etwa 20 Zentimeter dicken Bohrkopf-Durchmessers.

Heute sollen zwei weitere Bohrungen in den Grund eingebracht werden, um das Gelände stichprobenartig erforschen zu können. Dabei sind die Archäologen auf der Suche nach Belegen für ehemalige Häuser, Ställen oder Gewerbe - möglichst aus einer Zeit, die sehr weit zurück liegt.

Der Abriss betrifft das ehemalige Verlagsgebäude der Emder Zeitung, das seit Oktober letzten Jahres leer steht, und den nebenstehende Flachbau mit dem „Nachtcafé”. Dadurch entsteht ein rund 1000 Quadratmeter großes Grundstück, das auf drei Etagen voll genutzt werden soll. Dazu kommen zwei weitere Etagen, die aber nur noch jeweils 300 Quadratmeter umfassen sollen. Eine Glasarkade ist als verbindendes Element eingeplant, das die Gebäudefronten bis zur Neutorstraße umfasst.

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