Emden

Dem Ziel ein kleines Stück näher gekommen

Stadt stellt weitere 5000 Euro für Katzenkastrationen zur Verfügung. Von EZ-Redakteurin INA WAGNER Tel. 0 49 21 / 89 00 411

Emden. Dem Ziel einer möglichst umfassenden Kastration von Katzen in Emden sind die Stadt Emden, der Emder Tierschutzverein und der Arbeitskreis ”Kastration und Kennzeichnung” ein kleines Stück näher gekommen. Das erklärten die Beteiligten am Dienstagabend im Rahmen einer Pressekonferenz.

Seit dem 9. September 2011 wurden von der Stadt mehr als 5800 Euro investiert, um 76 Katzen und 72 Kater zu kastrieren, zu kennzeichnen und zu registrieren. ”Nach schleppendem Beginn hat die Nachfrage im Januar enorm zugenommen”, erklärte die Tierärztin und Arbeitskreisvorsitzende Irene Krieger. Gleichwohl bestehe nach wie vor und gerade im beginnenden Frühjahr die Notwendigkeit, verstärkt auf die Aktion hinzuweisen. ”Sonst haben wir - bei einer rund zweimonatigen Tragezeit - wieder das Maikatzenproblem.” Dieses hatte - mit allen unerfreulichen Folgen - unter anderem im letzten Jahr dazu geführt, dass sich in der Stadt Brennpunkte bildeten, an denen ausgesetzte, halb verhungerte oder auch tote Babykatzen auftauchten.

Dieses Problem, das mit einer Dunkelziffer verknüpft ist, könne nur gezielt und gemeinsam angegangen werden. Darüber waren sich die Beteiligten bald einig. Die Tierschützer unter ihrer damaligen Vorsitzenden Angelika Grave, hatten nachdrücklich eine kommunale Rechtsverordnung gefordert, um Katzenbesitzer generell dazu zu zwingen, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Da dies aus rechtlicher Sicht - noch - nicht möglich ist, installierte die Verwaltung, auch auf politischen Druck, ein Anreizsystem, bei dem den Katzenbesitzern Zuschüsse gewährt werden: 50 Euro pro Katze, 30 Euro pro Kater. Bedingung: Es müssen alle drei Maßnahmen - Kastration, Kennzeichnung und Registrierung - durchgeführt werden.

Tierärztin Katja Harders betonte, dass unter den Nutznießern des Zuschusses auch Katzenbesitzer seien, die sonst wohl auch ohne finanziellen Anreiz ihr Tier kastrieren lassen würden. Damit habe die Verwaltung aber gerechnet, machte Volker Grendel, Fachdienstleiter Ordnungsamt, deutlich. ”Aber insgesamt beurteilen wir die vorliegenden Zahlen als erfreulich.”

Mit ”Restgeldern aus dem letzten Haushalt” hat die Verwaltung ein übriges getan, um die getroffenen Maßnahmen auch wirksam zu machen. Sie schaffte sechs Chip-Lesegeräte an, die an die Feuerwehr, die Polizei, den BEE, den Tierschutzverein und das Ordnungsamt verteilt werden. Somit ist es möglich, den Besitzern gechippter Tiere gegenüber auskunftsfähig zu sein, wenn Katzen oder Hunde - tot oder lebendig - aufgefunden werden. Die Tierärzte äußerten sich über die Anschaffung überrascht und sehr positiv. Damit werde die Aktion ”rund gemacht”.

Ungeklärt ist bisher noch, bei wem die Informationen zusammenlaufen sollen. ”Das wird aber noch abgestimmt”, versprach Grendel. Man benötige eine Struktur für diese Nachfragen.

Einig waren sich die Beteiligten, dass alle Maßnahmen erst einen Anfang darstellen. ”Es muss noch viel getan werden”, fasste Irene Krieger zusammen. Dazu gehöre auch der Umgang mit Katzen auf den Bauernhöfen, die traditionell nicht kastriert würden. Dieses sei ein Problem, das der Arbeitskreis ”Kastration und Kennzeichnung” als nächstes angehen werde, kündigte sie an. Generell gelte es, den Stellenwert von Katzen in der Gesellschaft zu heben. ”Tiere sind kein Wegwerfartikel.”

Grendel sieht es als hoffnungsvoll an, dass andere Kommunen bereits in Emden angefragt haben, um das Konzept womöglich nachzuahmen. ”Es ist eine erste Möglichkeit zu versuchen, einer Problemlösung in der Fläche näher zu kommen.” Er erinnerte aber auch daran, dass das System der Bezuschussung in dem Moment fällt, wenn eine rechtliche Vorgabe verabschiedet wird, die das Kastrieren von Katzen zur Pflicht macht.

H Der Katzenbesitzer muss für eine Kastration nur einen Termin beim Tierarzt seiner Wahl abmachen. Dieser erledigt nicht nur die medizinische Behandlung, sondern auch den Verwaltungsakt. Das Geld wird gleich von den anfallenden Gesamtkosten abgezogen. Auch die Meldung zur Registrierung des Tieres beim Haustierregister Tasso übernimmt die Tierarztpraxis.

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