Emden

Das große Ziel der „Tigers” heißt Ligabetrieb

Emder Football-Team hat sich nach sechs Jahren Pause neu formiert.

Von LARS MöLLER S 04 92 1 / 89 00 441

Emden. Wer an American Football denkt, hat schnell das Bild von groß gewachsenen Muskelbergen vor Augen, die sich gegenseitig über den Haufen rennen. Die Sportart gilt im allgemeinen als brutal. Solche Vorurteile sind auch der Mannschaft der „AFC Tigers Emden” bekannt. „Natürlich ist Football ein Kontaktsport, aber man ist gut geschützt. Beim Fußball höre ich viel öfter von schweren Verletzungen”, sagt Sascha Schäfer, einer der Mitgründer des einzigen Emder Football-Teams. Schäfer ist Running-Back bei den „Tigers”. Ein Hänfling ist er nicht gerade, aber auch kein Muskel-Monster aus einem amerikanischen Football-Film.

Im Dezember des letzten Jahres hatte sich die Mannschaft wieder formiert, nachdem zuvor sechs Jahre lang Pause war. Das große Ziel heißt jetzt: Ligabetrieb. Schon 2001 spielten die Tigers in der Aufbauliga Nord und schafften zwei Jahre später sogar den Sprung in die Landesliga. „Wir waren wirklich gut”, sagt Schäfer, der sein Team im Oktober gerne wieder beim Verband anmelden würde. In der Aufbau-Liga müssten die Emder gegen drei andere Mannschaften antreten - die Oldenburg Knights und die Firebirds Bremen werden wohl auch dabei sein.###STOP###

„Bis dahin ist es noch ein harter Weg”, sagt der Trainer der Tigers, Johannes Podeschwa. „Wir müssen erstmal spielfähig werden.” Und das heißt für ihn: trainieren, trainieren, trainieren.

Um sein Team an einen möglichen Ligabetrieb heranzuführen, möchte der Coach, der früher selbst mal in der ersten deutschen Football-Liga spielte, versuchen, ein paar Gegner für so genannte Scrimmages - also Testspiele - zu finden. Das könnten im Prinzip die Mannschaften aus Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven sein, auf die man dann auch in der Aufbau-Staffel treffen würde.

Vor den ersten Kräftemessen mit anderen Teams aus dem Nord-Westen braucht der Emder Truppe jedenfalls nicht bange zu sein. Ihr Coach war schließlich zwei Jahre lang bei den Cologne Red Barons in der ersten deutschen Football-Liga aktiv. Von 1990 bis 1992 lehrte er deren Gegner das Fürchten. „Die Liga hat aber einen reinen Amateur-Status”, sagt der 44-Jährige, der in Emden zusammen mit seiner Frau Martina Podeschwa das Fitness-Studio Paramount betreibt. Geld habe er damals keines bekommen. Trotzdem: Podschewa kann einiges an Erfahrung vorweisen, und die versucht er nun, an das Emder Team weiterzugeben. Er selbst vergleicht Football gerne mit Schach - nur auf dem Rasen. „Alle Spieler haben spezielle Aufgaben, wie Schachfiguren auch. Die Blocker sind die Bauern, die Wide Receiver die Läufer und so weiter.” Die üblichen Vorurteile in Deutschland gegenüber dem Sport sieht er nicht als gerechtfertigt an. Podeschwa: „Die Schiedsrichter achten ganz genau darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Da gibt es keine Kloppereien.”

25 Mann zählt die Mannschaft momentan - Tendenz steigend. „Wir haben eine sehr motivierte Truppe zusammen. Es kristallisiert sich langsam heraus, dass einiges an Potenzial in ihr steckt”, sagt Schäfer. Zwar haben die Tigers im Prinzip genug Spieler, dennoch ist das Team stets auf der Suche nach Verstärkung. Das wäre auch wichtig, um irgendwann eine weitere Hürde auf dem Weg in den Ligabetreib nehmen zu können. Denn der Deutsche American Football Verband Niedersachsen (AFVN) schreibt unter anderem vor, dass jedes Team drei Schiedsrichter stellen können muss. Auf der anderen Seite müssen die Unparteiischen, die zu Spielen nach Emden anreisen, für ihre Anfahrt entschädigt werden. Podeschwa ist dennoch optimistisch: „Die Jungs sind motiviert. Das ist wichtig.”

Das Training der „Tigers” findet immer mittwochs um 19 Uhr auf dem Sportplatz vom Gymnasium am Treckfahrtstief statt. Interessenten können einfach vorbeikommen, werden eingewiesen und können dann auch mitspielen. Wer sich entscheidet einzusteigen, braucht natürlich eine ordentliche Ausrüstung. Ein Helm, ein Schulter-Pad und ein Suspensorium sollten es schon sein. Auch eine Hose mit Knieschützern ist sinnvoll, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Wer keine nagelneue Ausrüstung kaufen möchte, sollte sich im Internet umsehen, rät Running-Back Schäfer, der schon 1999 bei den „Tigers” spielte.

Keine Sportplätze

Nach zwei Jahren intensiven Trainings mit Testspielen ging es damals in die Aufbauliga. Von da aus stieg die Truppe sogar in die Landesliga auf. Irgendwann aber gab es Probleme. „Erst gab es die Lizenz vom Verband, dann wurde sie uns wieder entzogen”, sagt Trainer Podeschwa, immer noch ein wenig sauer über die Vorgänge damals. Der Verein konnte nicht ausreichend Schiedsrichter stellen. Außerdem fanden Schäfer und seine Mitstreiter keine Sport-Plätze mehr, auf denen sie ihre Spiele austragen durften. Nach und nach zerfiel die Mannschaft.

Vor ein paar Monaten dann die Wiedervereinigung. „Alte Hasen” und neue Interessenten, darunter einige Studenten, schlossen sich zusammen und haben nun also den Ligabetrieb anvisiert.

E www.tigers-emden.de

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