Emden

„Da werden Waren für uns einfach abgegriffen”

„Emder Tafel” leidet unter Trittbrettfahrern.

Von EZ-Redakteurin

UTE LIPPERHEIDE

Tel. 89 00 58

Emden. Ein Discounter hat schon die Notbremse gezogen und gibt so gut wie kein Frischfleisch mehr für soziale Zwecke ab. Grund dafür sind Trittbrettfahrer, die sich als Helfer der „Tafeln” ausgeben und Waren abholen, die Supermärkte und andere Lebensmittelhändler zur Verfügung stellen, damit sie an Menschen mit geringem Einkommen verteilt werden können.

„Für uns ist das ganz bitter. Es gibt im Landkreis Leer eine Initiative, die den eigentlich geschützten Namen „Tafel” benutzen soll und im großen Stil die Waren, die für uns bestimmt sind, einfach abgreift”, sagte der Leiter der „Emder Tafel” und Geschäftsführer des Caritasverbandes Ostfriesland, Norbert Haarmeyer. Anzeige konnte die „Emder Tafel” noch nicht erstatten. „Wir sind derer noch nicht habhaft geworden. Wir hören nur immer, dass einer mit einem Lastwagen vorbeigekommen ist und Lebensmittel für die „Tafel” abgeholt hat”, sagte Haarmeyer. Ein Teil der Waren soll vom Lastwagen aus auf Märkten im Landkreis Leer an jedermann billig verkauft worden sein. Haarmeyer: „Immer wenn wir davon gehört haben, sind wir hingefahren, aber wenn wir da waren, war der Lastwagen schon weg.” Er und seine beiden Mitstreiter bei der „Emder Tafel”, Christiane Thiel und Wolfgang Boomgaarden, sind sehr erbost über das Verhalten: „Mit solchen Geschichten wird eine ganze Institution in Misskredit gebracht”, sagte Christiane Thiel.

Um den Namen „Tafel” zu führen, müssen strenge Richtlinien eingehalten werden, die der „Bundesverband Deutscher Tafeln e.V.” aufgestellt hat. Nur wer sich daran hält, darf eine solche Einrichtung betreiben. Die Hürden sind hoch gesteckt. Haarmeyer: „Das ist auch richtig so, damit eben nicht Missbrauch betrieben wird. Die Lebensmittel sollen bei denen ankommen, die sie auch benötigen. Dafür bürgt das offizielle Tafelkonzept.” Es gab auch schon „Tafeln”, die den Status wieder aberkannt bekommen haben.

Haarmeyer und sein Team setzen auf Aufklärung gegenüber den Spendern von Lebensmitteln. Christiane Thiel: „Es ist so schade, dass wir jetzt kaum noch Frischfleisch bekommen, aber vielleicht werden die falschen Abholer bald gestellt.”

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