Emden

Boßler auf Radtour: 2 Radler von Auto getötet

Fünf weitere Radfahrer wurden schwer verletzt. Von EZ-Redakteur MANFRED ULFERTS Tel. 0 49 21 / 89 00 417

Wittmund. Eine sommerliche Fahrradtour mit gut 50 Mitgliedern vom ostfriesischen Klootschießer- und Boßelverein Uttel - ein etwa zwei Kilometer nördlich von Wittmund gelegenes Dorf - hat am Sonnabendnachmittag um 15.30 Uhr ein tragisches Ende genommen: Ein 45-jähriger Autofahrer schleuderte nach einem Ausweichmanöver mit seinem Opel in die auf dem Radweg neben der Land-straße 10 fahrende Radlergruppe und tötete dabei einen 20-jährigen jungen Mann und eine 42-jährige Frau. Fünf weitere Fahrradfahrer im Alter zwischen 19 und 46 Jahren lagen am gestrigen Sonntag noch schwer verletzt in sechs Krankenhäusern in der Umgebung. ”Ihr Zustand ist stabil”, sagte ein Polizeibeamter auf Anfrage der Emder Zeitung. Der Opelfahrer und fünf weitere Radfahrer wurden bei diesem tragischen Unfall leicht verletzt.

Kinder bis Rentner

Der Unfall auf der von Wittmund nach Esens führenden Landesstraße hatte sich zwischen Stedesdorf und Burhafe nach Erkenntnissen und Angaben der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund wie folgt ereignet: Die Boßler - es waren Kinder bis Rentner dabei - waren mit dem Rad in Richtung Stedesdorf unterwegs. Nachdem die Gruppe bei Falster die Straße überquert hatte, wollte ein Gruppenmitglied in Warnweste, der zuvor die Querung abgesichert hatte, sich nun wieder zügig an die Spitze der Gruppe setzen. Dabei hat er die Fahrbahn benutzt. Ein nachfolgender 56-jähriger Renault-Fahrer musste dann bei seinem Überholvorgang im Bereich einer lang gezogenen Rechtskurve etwas ausscheren. Ob er mit seinem Auto dabei auf die Gegenfahrbahn geriet, muss von der Polizei noch geklärt werden.

In diesem Moment kam auf der Gegenfahrbahn aus Richtung Stedesdorf ein Opel Zafira. Der 45-jährige Opelfahrer, wie er der Polizei später selbst sagte, wich dem Renault aus. Dabei geriet er zunächst nach rechts auf den Grünstreifen, verlor offensichtlich die Kontrolle über das Fahrzeug und schleuderte wohl mit recht hoher Geschwindigkeit nach links in die Gruppe der Radfahrer. Der Opel überschlug sich und landete kopfüber in einem Maisfeld. Der Fahrer und ein Beifahrer wurden leicht verletzt.

Vor Ort gab es ein großes Aufgebot an Hilfskräften. Die fünf schwer verletzten Radfahrer wurden mit zwei Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht. Eben- so waren zahlreiche Rettungs- und Notarztwagen, mehrere Notfallseelsorger, die sich um die unter Schock stehenden Radfahrer kümmerten, sowie die umliegenden Feuerwehren und die Polizei im Einsatz. Mindestens 100 Rettungskräfte versorgten die Verunglückten am Samstagnachmittag an der Unfallstelle. Die ganze Region steht unter Schock. Bei ersten Trauerfeiern und Andachten wurde der Opfer gedacht.

”Nach unserem derzeitigem Kenntnisstand schwebt keiner der Verletzen in Lebensgefahr. Sie sind stabil”, teilte ein Sprecher der PI Aurich/Wittmund gestern Abend auf EZ-Nach-frage mit.

Wer Schuld an dem tragischen Unfall hat, muss nun wohl vor Gericht geklärt werden, sagte ein Polizeisprecher. Fest steht, dass die meisten Radfahrer gerade die Landstraße überquert hatten und auf dem Radweg parallel zur Straße fuhren. Sicherungsradfahrer mit Warnweste befanden sich aber noch auf der Straße, weil sie schnell wieder an die Spitze der Gruppe fahren wollten.

P Die L 10 musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Um den Unfallhergang zu klären, sucht die Polizei jetzt dringend nach Zeugen. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer S 0 44 62 / 91110 zu melden.

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