Emden

Aufpasser soll 122 Bäume schützen

Stadt verspricht sorgsamen Umgang mit Linden während der Sanierungsarbeiten in der Cirksenastraße.

Von EZ-Redakteur

JENS VOITEL

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Emden. Ein eigens abgestellter Aufpasser soll die insgesamt 122 Alleebäume in der Cirksenastraße vor Tiefbauarbeitern und deren Bagger schützen. Das kündigte am Mittwoch der Abteilungsleiter für den Tiefbau beim Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE), Herbert Buß, vor dem zuständigen Ratsausschuss an. Der BEE folgt damit dem Rat des Sachverständigen Jürgen Braukmann aus Rastede. Dieser hatte dem BEE und den Ratsmitgliedern die geplanten baumpflegerischen Maßnahmen vor und während der geplanten Straßensanierung in der Cirksenastraße vorgestellt.

„Eine gute Behandlung der Bäume während der Bauarbeiten ist möglich, aber das verlangt nach einer guten Bauaufsicht - und das sollte möglichst kein Tiefbauer sein”, sagte Braukmann, der zuvor alle Bäume in der Cirksenastraße begutachtet und als „wertvollen Bestand” eingestuft hatte.###STOP###

Nach seiner Erfahrung sind Bäume für Tiefbauer oft nur ein „Steh-im-Weg”. Mache man die Arbeiter aber darauf aufmerksam, was gemacht und was nicht gemacht werden darf, spiele sich das Miteinander schnell ein, so Braukmann. Zumal ein bei Bauarbeiten beschädigter Baum in der Größe wie sie in der Cirksenastraße stehen, gut 10 000 Euro kosten kann. Und die Versicherungen, fügte Braukmann hinzu, zahlen auch nicht mehr so gerne für beschädigte Bäume.

„Wir werden eine Person für die Aufsicht während der Bauarbeiten abstellen und auch immer wieder den Rat des Gutachters hinzuziehen”, kündigte Tiefbau-Chef Buß am Mittwoch vor dem Ratsausschuss an. Darüber hinaus gebe es einen speziellen „Leistungstext” für die gesamte Baumaßnahme, an den sich die beauftragten Baufirmen zu halten haben. Auch einen direkten Schutz der Stämme mit einer Holzverschalung sicherte Buß bereits jetzt zu.

Der Grünen-Ratsherr Bernd Renken forderte den BEE und die Stadt auf, sich nicht allein auf den Text der Ausschreibungen zu verlassen, um die Bäume zu schützen. Vielmehr müsse der BEE tatsächlich eine Aufsicht durchführen. Dazu der Gutachter: „In Oldenburg stand bei einer ähnlichen Baumaßnahme ständig ein Gärtner dabei.”

Nur drei der insgesamt 122 Linden in der Cirksenastraße müssen nach Einschätzung des Gutachters gefällt und durch neue ersetzt werden. Sie sind sehr stark von einem Pilz befallen und verlieren zunehmend an Halt. Während der Bauarbeiten, die in einem ersten Bauabschnitt voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte beginnen sollen, sind Eingriffe in den Wurzelbereich der im Schnitt zwischen 40 und 50 Jahre alten Bäume zwar nicht ausgeschlossen. Größere Schäden können nach Einschätzung des Baumexperten aber wohl vermieden werden.

Der erste Bauabschnitt in der Cirksenastraße, zwischen Hansstraße und Saxumer Straße, wird zwar voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte beginnen können, doch schon in den nächsten Wochen sollen die Baumpflegemaßnahmen beginnen. Dazu gehört unter anderem das Beschneiden der Bäume bis zu einer Höhe von sieben bis acht Metern zur Fahrbahnmitte. Damit soll der notwendige Freiraum für die Baumaschinen geschaffen werden, ohne den jeweiligen Baum zu beschädigen. Braukmann: „Das sind vorsorgliche Maßnahmen.” In diesem Zusammenhang werden die Bäume auch von Todholz befreit.

Viele Maßnahmen können aber wohl erst dann vorgenommen werden, wenn es soweit ist. So ist noch nicht klar, ob unter dem umfangreichen Wurzelwerk der Bäume nicht doch Leitungen verlaufen. Aber selbst das muss nicht den Tod des Baumes bedeuten. „Den Linden in der Cirksenastraße geht es auf dem Schotteruntergrund eigentlich sehr gut, sie können sich dort gut festkrallen”, sagte Braukmann. Die größte Gefahr sind dann also vor allem wohl die Bagger.

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