Hüllenerfehn: Chronik rundet den  Dorf-Geburtstag ab

Der Hüllenerfehntjer Gerd Joosten schrieb die Geschichte des Fehndorfes Hüllenerfehn. Der Titel: „375 Jahre Hüllenerfehn - ein Dorf feiert Jubiläum“.

Am Gedenkstein zur 375-Jahrfeier zeigt Gerd Joosten sein gemaltes Bild „Das Armenhaus in den Meeden“, das auch die Chronik von Hüllenerfehn ziert. Foto: Meyer

Hüllenerfehn. Unter dem Titel „375 Jahre Hüllenerfehn - ein Dorf feiert Jubiläum“ hat Gerd Joosten die Entwicklung eines alten Fehndorfes von 1639 bis 2014 zusammengestellt. Joosten ist ehemaliger Lehrer der Hermann-Tempel-Gesamtschule (HTG) in Ihlow und gebürtiger Hüllenerfehntjer.

Wie berichtet, war das Jubiläum 2014 gefeiert worden. Die Chronik schildert auf 46 Seiten die Entwicklung des Ortes Hüllenerfehn. Sie ist mit zahlreichen Fotos und gemalten Bildern auf hochwertigem Kunstdruckpapier versehen.

Es wird auf die Obererbpächter von 1663 eingegangen, es gibt eine Liste der Kolonisten von 1676 und Listen der Kolonisten von 1746, dazu die Obererbpächter der Fehncompagnie 1858 und eine Liste der Lehrer ab 1890.

In der Gegend um Hüllenerfehn begann man 1639 mit der Kultivierung des Moor- und Sumpfgebietes, nachdem Rudolf Pott aus Emden 100 Diemat „Morast“ auf Erbpacht von Graf Ulrich II. von Ostfriesland erwarb.

Mit Plattbodenbooten, den Tjalken, wurde der abgegrabene Torf über Kanäle nach Emden transportiert. Und auf dem Rückweg wurde fruchtbarer Schlick zur Bodenverbesserung mit zurückgebracht.

Mit dem Wind im Rücken konnten auf den Tjalken die Segel gesetzt werden. Bei Gegenwind jedoch mussten die Schiffe mit einem Seil gezogen (getreidelt) werden. Oft mussten Frauen die Schiffe ziehen und die Männer vom Schiff aus mit einem langen Stock den Abstand zum Ufer regulieren.

Da Hüllenerfehn zuerst nur auf dem Wasserweg zu erreichen war, siedelten erste Kolonisten an der Hüllener Wieke als Verbindungswasserstraße zwischen dem Fehntjer Tief, gegraben von Ayenwolde und dem Krummen Tief von Simonswolde aus.

Die schwere Weihnachtsflut im Jahre 1717 überflutete 22 Warften in Hüllenerfehn. Später, nach der Abtorfung von Hüllenerfehn, diente die Hüllener Wieke hauptsächlich der Entwässerung der Hüllener Meeden, damit die Bauern ihre Heuernte einigermaßen erfolgreich einbringen konnten, was aber nicht immer gelang.

Heute sorgt die Hüllener Wieke für die wichtige Ent- und Bewässerung der Hüllener Meeden als Naturschutzgebiet. Zahlreiche Kurzgeschichten runden die Chronik ab.

03.04.2015, 05:00 Uhr