Kaum da, sind sie schon wieder weg

EZ-Minireporter: Sechsmal waren die Nachwuchsjournalisten in diesem Jahr unterwegs.

Volle Hütte im großen Konferenzraum der Emder Zeitung: Die Minireporter waren mit ihren Eltern zur Abschlussveranstaltung gekommen. Außerdem waren zwei Grundschul-Lehrerinnen mit Schülern anwesend. Foto: Dirk de Vries

Emden. Es gibt diese Aktionen, kaum dass sie angelaufen sind, sind sie gefühlt auch schon wieder zu Ende: Genauso erging es in diesem Jahr wieder einmal den Minireportern der Emder Zeitung. 16 mehr oder weniger wissbegierige Grundschüler haben bei sechs Interviewterminen viele interessante Fragen gestellt, aber auch viele interessante Einblicke erhalten.


Rundum zufrieden waren die jungen Nachwuchsjournalisten mit ihren Interviewterminen. Sie waren bei Richterin Charlotte Fuchs, bekamen Einblicke beim Rettungsdienst RKsH, sie durften mit der Fähre „Ostfriesland” der AG Ems sogar nach Borkum fahren und den Maschinenraum sehen, sie haben die Leiterin der Jugendherberge mit ihren Fragen gelöchert, besuchten die Emder Werft- und Dockbetriebe (EWD) und waren schließlich im Standesamt.

Kleine Finanzspritzen für die Klassenkasse

Interessant - nicht nur für die Interviewpartner, sondern auch für den begleitenden Redakteur - waren einmal mehr, welche Fragen den Grundschülern außerhalb des Protokolls einfielen. Dreimal hatte sich die Gruppe in den Räumen der Emder Zeitung (EZ) mit Marketing- und Vertriebsleiter Armin Göring getroffen, um jeweils die Fragen für die nächsten zwei Interviewpartner zusammenzustellen. Doch manchen der schlauen Nachwuchsjournalisten fiel dann im Gespräch mit den betreffenden Personen noch die eine oder andere pfiffige Frage ein.


Was nun der beste Termin bei den insgesamt sechs waren, hing auch von den Vorlieben der Grundschüler ab. Gefallen hat allen auf jeden Fall die Fahrt nach Borkum. Dass jemand in den Maschinenraum darf (allerdings erst beim Liegen im Hafen Borkum), ist nicht so einfach möglich. Auch den Besuch auf den ehemaligen Nordseewerken (jetzt EWD) wird den Nachwuchsjournalisten in Erinnerung bleiben, denn sie durften sogar ins Trockendock, wo ein Schiff repariert wurde. Der EZ-Marketing- und Vertriebschef betonte vor den Schülern und Eltern noch einmal, dass es nicht selbstverständlich ist, dass sich Interviewpartner zur Verfügung stellen. „Aber”, so Göring, „die Minireporter öffnen auch Türen.”


Wichtig sei es in der heutigen Zeit, dass sich die Menschen auf verlässliche Nachrichten stützen können, sagte Göring bei der Abschlussveranstaltung vor den anwesenden Schülern und Eltern. Dafür stehen nicht zuletzt die Zeitungen. „In Facebook und den anderen sozialen Medien werden ganz viele der Fake-News verbreitet”, sagte er. Nur bei den Zeitungen könne sich der Leser darauf verlassen, dass die Redakteure ihre Texte gut recherchieren, dass sie keine Unwahrheiten dort verbreiten. Er hofft, dass die jetzt jungen Grundschüler später einmal auch Leser einer Zeitung sein werden.
Das Projekt Minireporter steht und fällt natürlich mit den Eltern, die ihre Kinder immer zu den Terminen fahren, dort manchmal geduldig und auch ein bisschen länger als geplant warten und die Kinder wieder abholen. „Ich möchte Ihnen dafür meinen Dank aussprechen”, sagte Göring den anwesenden Eltern. Das habe bei den mittlerweile 42 Terminen in den vergangenen sieben Jahren immer hervorragend geklappt.


Das EZ-Klasse!-Projekt lebt aber auch von den teilnehmenden Schulen, die sich im Unterricht intensiv mit dem Thema Zeitung auseinandersetzen. Schade fand Göring, dass so wenig Schulen allerdings entsprechende Texte der Schüler an die Zeitung schicken. Genau das Gegenteil davon ist die Grundschule Larrelt. Lehrerin Raphaela Bagusche arbeitet im Unterricht intensiv mit den Schülern die Emder Zeitung durch, entwickelt daraus etwas und schickt Texte der Schüler an die EZ. Dafür gab es von Göring für die Schulkasse eine kleine Finanzspritze.


Die durfte auch die Schulleiterin der Grundschule am Wall, Gudrun Stüber, entgegennehmen. Die Schüler haben aus der Arbeit mit der Zeitung eigene Leserbriefe geschrieben, die dann in der EZ veröffentlicht wurden. Auch die Grundschule am Wall durfte sich über einen Geldbetrag für die Schulkasse freuen. Auch im kommenden Jahr werden sicherlich wieder Minireporter mit Block und Bleistift bewaffnet den einen oder anderen Interviewpartner löchern.

16.06.2018, 11:26 Uhr
Über den Autor
Dirk de Vries Redakteur Sport bei der EZ seit: 2009
Telefon: 04921-8900442