Eine Seefahrt, die ist lustig...

Spannend für die Nachwuchsjournalisten: Die Befragung des Kapitäns war auf der Brücke mit freier Sicht nach vorne. Und im Maschinenraum war es laut, obwohl das Schiff auf Borkum-Reede lag.

  • Impressionen vom Besuch bei der AG Ems. Foto: Dirk de Vries (1/38)
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Emden. Es ist laut, eng und auch ganz schön warm: Für die EZ-Minireporter hat sich im Maschinenraum der Fähre „Ostfriesland” der AG Ems eine völlig neue Welt eröffnet. An jeder Ecke gab es etwas zu sehen und zu bestaunen. Und obwohl ihre Neugier auch vor Schaltern und zu drehenden Rädchen oft nicht Halt macht, hielten sich die Grundschüler auf der Fähre merklich zurück.

Darauf hatte allerdings der 2. Ingenieur der „Ostfriesland”, Felix Huneke, aufmerksam gemacht, bevor die Minireporter in den Maschinenraum durften, als die Fähre auf Borkum-Reede festgezurrt lag. Alle erhielten erst einmal die obligatorischen Ohrstöpsel. Der eine oder andere sagte zwar, dass er das nicht brauche, doch spätesten, als sich die Tür in das Schiffsinnere öffnete, hatten fast alle die Stöpsel schnell ins Ohr gesteckt.

Und dann ging es runter, auf engen, steilen Stiegen. „Eine Hand für dich, eine Hand für das Schiff”, sagte Katharina Schöller, die bei der AG Ems Schiffsmechanikerin lernt und auf der „Ostfriesland” den praktischen Teil ihrer Ausbildung erhält. Der alte Seefahrer-Spruch hat sich bis heute gehalten und gilt immer noch. Gut festhalten war also angesagt, und auch der Hinweis, nicht auf das Handy zu gucken, war mehr als begründet.

Umwickelte Rohre, Maschinen, Kabel: Das für den Laien undurchdringbare Wirrwarr war überall zu sehen. Die Sorge der jungen Nachwuchsjournalisten, es könne dort unten im Maschinenraum womöglich schmutzig werden, war unbegründet. Vom Boden essen ist ein schöner Ausdruck für die Sauberkeit im gesamten Bereich, obwohl das mit dem Essen sicherlich keiner ausprobieren wollte. Die Rohre sind teilweise noch warm, die Fähre hatte ja gerade die Fahrt nach Borkum hinter sich gebracht. Vorsichtiges Anfassen hier und dort ging also, bei Betrieb wäre es aber nicht zu empfehlen. Huneke gab immer wieder einmal den Hinweis, aufzupassen und hatte die Grundschüler alle im Auge. Die waren allerdings so beeindruckt, dass es sogar Leon Redenius, der mit seinen Fragen auch außerhalb des Protokolls vielen Dingen immer ganz genau auf dem Grund gehen möchte, teilweise die Sprache verschlug.

In der Steuereinheit im Maschinenraum gab es viele Anzeigen und viele Knöpfe, die manches Kinderherz zum Drücken verleitet: Doch auch hier hielten sich die Minireporter an die Vorgaben. Der 2. Ingenieur zeigte, nachdem beispielsweise die Frage nach dem Verbrauch aufkam, wie viel Flüssiggas noch im Tank ist. Hier und dort erklärte er, was genau zu sehen war, wofür etwas gebraucht wird und was er eigentlich hier unten macht. „Ich starte und stoppe beispielsweise die Maschine, erledige Wartungsarbeiten und überwache alles im Betrieb.”

Immer tiefer ging es durch die Räume, mitunter war es schwer, die Orientierung zu behalten. Dort links oder rechts? Ein Teil schwenkt nach rechts. War der falsche Weg, doch bei dem Lärm musste sich Huneke lautstark bemerkbar machen. „Lärm?”, fragte er. „Jetzt ist es doch leise hier unten”, sagte er trocken. Manch einer der Minireporter versuchte, ob es auch ohne Ohrstöpsel geht, nur um sie ganz schnell wieder zu benutzen.

Als alle wieder im Passagier-Bereich der Fähre ankommen, merken sie erst, wie laut es im Maschinenraum wirklich war, obwohl die Fähre immer noch im Hafen von Borkum liegt. Es gab viel zu sehen für die Nachwuchsjournalisten im Bauch der „Ostfriesland”. Das und der Besuch der Brücke werden sicherlich noch lange in ihrer Erinnerung bleiben. Denn solche Orte haben auch viele Erwachsene noch nicht besucht. „Ja, klar” war deshalb die Antwort auf die Frage von Felix Huneke, ob es ihnen denn gefallen habe.

21.04.2018, 09:26 Uhr
Über den Autor
Dirk de Vries Redakteur Sport bei der EZ seit: 2009
Telefon: 04921-8900442